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Charakter dieser Schwankungen für Arterie und Vene ein verschiedener war; in der Vene hob sich der Blutdruck unvergleichlich rascher, die Schwankungen bei der Athmung verschwanden, es machten sich dagegen pulsatorische Schwankungen bemerkbar, in der Arterie hei der Druck langsam ab und die Curve stellte eine wellenförmige Linie bei langsamem Sinken dar. Der Blutdruck nahm nach Unterbrechung der Reizung ebenso allmählich zu.
Bei diesen Versuchen stellte sich eine Unbequemlichkeit heraus, und zwar lag sie darin, dass wir nicht im Stande waren, zu gleicher Zeit alle Vasodilatatoren für den gegebenen Bezirk zu reizen, sondern nur auf einzelne ihrer Theile einwirken konnten.
Um uns über den Stand der Blutcirculation in den Venen zu unterrichten, stellten wir einen Versuch an über die Geschwindigkeit der Ausströmung des Blutes aus der Vene bei der Durchtrenung und Reizung der Wurzeln; wir konnten dabei die Beobachtung machen, dass die Ausströmungsgeschwindig-keit bei der Reihe nach erfolgender Durchschneidung der Wurzeln (während 2 Minuten) sich wenig vermehrte, dass sie dagegen bei Reizung der Wurzeln, namentlich der siebenten Lumbalwurzel und ersten Sacralwurzel, rasch anstieg. Wenn wir die normale Geschwindigkeit graphisch in Form einer Linie darstellen, welche in der Höhe von 24 Millimeter an der Abscisse verläuft, so stieg sie während der Durchtrennung auf 36 Millimeter und während der Reizung auf 105 Millimeter an. Wir halten es nicht für überflüssig noch zu bemerken, dass mit der vermehrten Ausströmungsgeschwindigkeit des Blutes aus der Vene sich auch die Farbe des Blutes veränderter sie nahm einen helleren Ton an als zu Anfang des Versuches.
Die von uns angeführten experimentellen Factoren lassen mit Sicherheit die Erscheinung der Gefässerweiterung bei Reizung der entsprechenden hinteren Wurzeln erkennen; diese Erweiterung wird activ durch diejenigen Vasomotoren hervorgerufen, welche in der Physiologie unter dem Namen der Vasodilatatoren bekannt sind.
Um die Existenz des trophischen Centrums zu ermitteln, durchschnitten wir vorläufig die Wurzeln und reizten das Gangl. intervertebrale 2 Wochen nach der Operation. Das Resultat äusserte sich in allen Hinsichten negativ. Folglich befindet sich unzweifelhaft das trophische Centrum der gefässerweitern-den Fasern der hinteren Pfote des Hundes im Rückenmarke, und anatomisch muss man diese Fasern unter denjenigen suchen, welche nach der Durcli-schneidung der hinteren Wurzeln höher als das Ganglion intervertebrale nicht degenerirt bleiben.
Nachdem wir uns von der Richtigkeit von Strieker’s Ansicht über die Existenz der Vasodilatatoren in den hinteren Wurzeln der hinteren Pfote überzeugt hatten, erstreckten wir unsere Untersuchungen auch auf die Wurzeln des Cervical—und Brachialplexus, da wir dachten, dass wir auch in diesem Bezirke dieselben Erscheinungen finden müssen. Die Methode des Experiments blieb dieselbe—thermometrische, manometrische und plethysmographische.
Bei unseren Experimenten wurden die Wirbel nur von der einen Seite geöffnet und die Wurzeln von der Dura mater bis zum Ganglion intervertebrale freigelegt, Bei allen Versuchen blieb die Anordung des Experimentes eine