﻿ZUR FRAGE YON DER ALKOHOLISCHEN GAEHRUXG.
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hängig ist. Die Richtigkeit dieses Schlusses war einerseits durch Controlever-suche und andererseits durch sorgfältige microscopische Üntersuchungen eines jeden Bodensatzes und durch die Resultate von Cultur versuch en, die mit dem Bodensätze jedesmal angestellt wurden, bewiesen, denn sowohl die einen, als die andern von allen diesen Versuchen haben stets eine vollständige Abwesenheit von lebenden Hefezellen bewiesen.
AVenn ich mir erlaube die Aufmerksamkeit der verehrten Gesellschaft auf diese meine Arbeit, die mehr als 26 Jahre zurück im Drucke erschien, zu lenken, se geschieht es nur in Folge der Einladung, die mir dazu von Seiten unseres hochverehrten Präsidenten, des Herrn Professor L. Morochowetz, gemacht worden war. Ausserdem wurde ich zu der gegenwärtigen Mittheilung auch noch durch folgenden unerwarteten Zwischenfall bewogen: im 30-ten Jahrgange der Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft (1896) hat Prof. Buchner eine vorläufige Mittheilung veröffentlicht, in welcher er ohne Weiteres behauptet, dass <eine Trennung der Gährwirhung von den lebenden Hefezellen bisher nicht gelungen» und dass er der Erste sei, dem es geglückt hat, ein Verfahren zu finden, durch welches man gerade eine dergleiche Trennung bewerkstelligen kann. Dieses Ar erfahr en, mit dessen Hilfe Professor Buchner das Ferment der alkoholischen Gähruug von der lebenden Hefezelle zu trennen meint, bestand aus Folgendem: <1000 g. für die Darstellung von Presshefe gereinigte, aber noch nicht mit Kartoffelstärke versetzte Brauereibierhefe wird mit dem gleichen Gewichte Quarzsand und 250 g. Kieselguhr sorgfältig gemengt und sodann zerrieben, bis die Masse feucht und plastisch geworden ist. Man setzt dem Teige nun 100 g AVasser zu und bringt ihn, in ein Presstuch eingeschlagen, allmählich unter einen Druck von 4 — 500 Atmosphären: es re-sultiren 300 ccm. Presssaft. Der rückständige Kuchen wird abermals zerrieben, gesiebt und mit 100 g. AVasser versetzt; von Neuem in der hydraulischen Presse dem gleichen Drucke unterworfen giebt er noch 150 ccm. Presssaft. Aus einem Kilo Hefe gewinnt man also 500 ccm. Presssaft, welche gegen 300 ccm. Zellinhaltssubstanzen enthalten >. Den in solcher Weise erhaltenen Presssaft wandte Herr Buchner als Ferment an, wobei der Presssaft in einigen Fällen vorläufig durch ein sterilisirtes Berkefeldt-Kieselguhrfilter iiltrirt war, in anderen dagegen unfiltrirt benutzt wurde. Aus dem eben Angeführten ersehen wir, dass das vermeintlich neue, von Herrn Professor Buchner angewandte Verfahren eigentlich nur eine Modification der von Professor Lüdersdorf und mir angewandten Methode des Zerreibens der Hefe ist. AVenn man auch das Auspressen der zerriebenen Hefemasse für einen glücklichen Einfall betrachten möchte, so kann man doch nicht umhin in der Mittheilung des Herrn Büchner auch noch andere sehr wesentliche Lücken, nämlich die Abwesenheit einerseits von sorgfältigen microscopischen Untersuchungen des Presssaftes und anderseits von Culturversuchen mit dem Bodenabsatze dieses Presssaftes, zu erblicken. Da die Hefezellen sich im höchsten Grade thätig vermehren, so bilden Culturversuche in der zur Gährung fähigen Flüssigkeit (10 procentige Zuckerlösung, oder noch besser die sogenannte Pasteur'sche Flüssigkeit) ein schönes Mittel uns zu überzeugen, ob es uns thatsächlich gelungen ist alle lebensfähigen Hefezellen aus irgend einer gegebenen Masse oder Flüssigkeit durch irgend welches Ver-