﻿ZUR FRAGE VOX DER ALKOHOLISCHEN GAEHRUNG
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dadurch einige Spaltungsprocesse verhindert und 2) dadurch, dass, indem das NaCl den Coefficienten der Elastieität von verschiedenen Körpern ändert, es dieselben eben dadurch widerstandsfähiger macht.
In dieser Weise überzeugen wir uns, dass die zweifache Rolle des NaCl bei verschiedenen Fermentationsprocessen sich dadurch erklärt, dass kleinere Mengen desselben neue stärkere Bewegungen der Diffusion, der Osmose und der Hydration ins Dasein rufen, während die grösseren Mengen von NaCl im Gegentheil dieselben Bewegungen aufhalten und verlangsamen. In diesem Thatbestande haben wir schon einen indirekten Beweis dessen, dass jede Fermentation sich im Grunde auf eine Bewegung zurückführen lässt und dass verschiedene Fermente nur in sofern noting sind, als dieselben den Anstoss zu einer Bewegung liefern. Wie verschiedene Reize noting sind um Bewegungen in organisirten lebenden Geweben und Organismen hervorzurufen, ebenso sind verschiedene Fermente zum Hervorrufen von Molekularbewegungen in un >rganisirten organischen Substanzen vonnöthen. Justus Liebig ') suchte zu beweisen, dass alle Erscheinungen der Ernährung und des Stoffwechsels und der Lebensfuctionen sowohl im Thierreiche, als auch in dem der Pflanzen sich im Grunde auf chemische Processe zurückführen lassen; doch, da kein einziger chemischer Process ohne eine Bewegung möglich ist, so kann man die Behauptung von J. Liebig auch dahin verändern, dass alle Lebensprocesse der Organismen von Molekularbewegungen abhängen.
Es ist ja bekannt, dass Fermentationsprocesse eine so wichtige und allgemein verbreitete Rolle im Leben eines jeden Organismus spielen, dass einige Physiologen sogar zu beweisen suchten, dass das Leben nichts anderes, als eine Gährung sei (Claude Bernard, Fürst Tarchanoff und andere) und da eine Gährung nur in Gegenwart von einer bedeutenden Quantität Wasser von statten gehen kann, so ist auch die Intensität der Lebensfuctionen nur in Gegenwart von einer bestimmten bedeutenden Menge intracellularen Wassers möglich. Es ist allgemein bekannt, dass alle Lebensfunctionen während der Kindheit und des Jünglingsalters bedeutend schneller und intensiver ablaufen und zu gleicher Zeit ist es durch direkte Versuche (Bezold) * 2) bewiesen worden, dass die Menge des Wassers im Körper parallel mit dem Alter sich vermindert, und was besonders bemerkenswert!! erscheint, ist die Thatsache, dass nicht nur die Gewebe der Körpers, sondern auch das Blut vom Fötus einen pro-centisch grösseren Wassergehalt, als das Blut des Mutterorganismus enthält (Nasse) 3).
Dr. Warner 4) hat seinerseits auf die Analogie der Bewegungen von Pflanzen und der krankhaften Beweglichkeit der an Chorea leidenden Kinder hingewiesen und zugleich die Abhängigkeit dieser Beweglichkeit von einer schlechten Ernährung, die mit einem unverhältnissmässig starkem Vorherrschen der Wasserquantität sowohl in den Geweben von choreakranken Kindern, als
*) J. Liebig, Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie. 1842.
-) Bezold, Ueber die Yertheilung von Wasser, organischer Substanzen und Salzen im Thierreiche. Verhandlungen der physikahsch-medicinischen Gesellschaft in Würzburg. 1857. Bd. VII.
3) Nasse, Blut. Wagner’s Handwörterbuch. Bd. I.
4J Warner, British AJedical Journal. 1882. .V 1104.