﻿ZUR FRAGE UEEER DEN BAU DES MAGENS BEI DER FLEDERMAUS
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bei 0° eingeschlafen. Die Untersuchung derselben wurde Ende Dezember vor-genommen.
Die Magen der getödteten Tiere wurden in Sublimat, Flemming’scher Flüssigkeit, diejenigen der Zieselmäuse auch noch in Perenny's Flüssigkeit u. a. conservirt. Das Tingiren der Schnitte geschah mittelst Hämatoxilin, Congo, Safranin und Gentianviolett. Ausserdem färbten sich an Alcoholpräparaten gut: die Hauptzellen mit Hämatoxilin, Dahlia und die Belegzellen mit Carmin.
Die Zellen der Magenschleimhaut sowohl der Fledermaus, als auch der Zieselmäuse sind fast durchweg von cvlindrischer Form; Becherzellen fand ich sehr selten. Das Protoplasma der cylindrischen ist nicht in ein homogenes und ein körniges geschieden, sondern erscheint in der ganzen Zelle als einförmige, helle Masse. Die Kerne dieser Zellen sind grösser als gewöhnlich und körnig, wobei sie bei den Zieselmäusen schwächere Umrisse haben als bei der Fledermaus. Die Becherzellen bei der letzteren besitzen in ihrem äusseren Teil kein Protoplasma.
Der Bau der Magendrüsen bei den Zieselmäusen ist von Töpfer M und Oppel 1 2) beschrieben worden. Nach Töpfer s Beschreibung haben die Magendrüsen dieser Tiere folgende Anordnung: die sogenannten Drüsen des Magengrundes liegen in dem oberen Teile des Magens, der Cardiagegend. Dieselben nehmen die kleinere Hälfte des Magens ein, während die grössere Hälfte von Pförtnerdrüsen eingenommen wird.
Nach Oppels Beschreibung ist fast der ganze Magen von Aragengrunddrüsen eingenommen, während die Pylorusdrüsen sich über einen verhältniss-mässig geringen Teil desselben erstrecken, nämlich über den sogenannten Py-lorusteil, der von dem übrigen Teil des Magens durch eine Knickung abgeteilt wird. Die Hauptdrüsen reichen bei der kleineren Krümmung beinahe bis zum Ende derselben, bei der grösseren weiter als die der Knickung entgegengesetzte Stelle.
Meine Präparate zeigen, was die Anordnung der Magendrüsen bei der Zieselmaus betrifft, mit Oppel's Beobachtungen völlige Uebereinstimmung.
Dem Bau nach unterscheidet Oppel drei Arten von Drüsen. Nach der Herzgegend hin liegen kurze Drüsen, die sich nach tiefen Höhlungen hin öffnen Hierauf folgen längere, welche den grössten Teil der < Magengrunddrüsen > bilden. Gegenüber der Knickung liegt eine dritte Art stark in die Länge gezogener Drüsen, die dreimal so lang als die ersten, kurzen, sind. Dort, wo dieselben liegen, ist die Magenschleimhaut verdickt.
Der Bau der Magendrüsen bei Vesperugo abramus wurde auch von Prof M. Nussbaum 3) studiert. Seiner Beschreibung nach sind die Magen-grimddrüsen kürzer als die Drüsen der grösseren Krümmung; in dem Pylorus-teil werden sie wieder kürzer.
Meine Beobachtungen haben mir gezeigt, dass bei den im "Winterschlaf
1 Töpfer. Die Morphologie des Magens von ITodentia. Morph. Jahrbuch. Bd. XVII. S 383. 1891.
') Oppel. Lehrbuch d. vergl. microsc. Anat. der Wirbelt. T. I. S. 407. 1896.
3) Nuosbaum. Leber den Bau und die Thätigkeit der Drüsen, Areh. f. microscop. Anatomie. Bd. 21. 8. 811. LW2.