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UEBER DIE WIEDERGABE DER INDUCTIONSSTROME.
achtung gefunden hat, aber nichtsdestoweniger vollständig richtig und nicht ohne Interesse ist. Es handelt sich um die Wiedergabe der Inductionsströme durch das Electrometer. Fleischl hat ohne Zuhilfenahme der photographischen Registration, blos durch Beobachtung der Ausschläge des Quecksilberfadens die merkwürdige Thatsache festgestellt, dass der Schliessungsinductionsschlag durch das Capillarelectrometer als der stärkere im Vergleich zum Oeffnungssclilage angegeben wird, während doch bekanntlich das Maximum der electromotori-schen Kraft beim Oeffnungssclilage grösser ist, als beim Schliessungsschlage. Es erweist sich somit das physiologische Rheoskop, das Telephon und das mit IK-Lösung befeuchtete Stärkepapier ') in diesem Falle dem Capillarelectrometer überlegen.
Andere Resultate bekam M. Marey * 2). In seiner Physiologie experimentale sind Copien von photographischen Aufnahmen angeführt, aus denen hervorgeht, dass das Capillarelectrometer in der discutirten Frage keine Ausnahme macht und dass der Oeffnungsinductionsstrom einen stärkeren Ausschlag bewirkt als der Schliessungsstrom. Ich muss hier bemerken, dass es mir kein einziges Mal gelungen ist die Angaben von Marey zu bestätigen.
In einer neueren Arbeit von Schenk 3) wird diese Frage gelegentlich berührt. Es wurde auf einer sehr langsam sich bewegenden Platte photogra-phirt und deshalb erscheinen die Ausschläge als haarscharfe Linien; die Ausschläge, die dem Oeffnungs- und Schliessungsinductionsstrome entsprechen, erscheinen gleich gross.
Um etwas Genaueres über die Art, wie das Capillarelectrometer den Verlauf der Potentialänderung der inducirten Ströme wiedergiebt, zu erfahren, versuchte ich die Ausschläge des Quecksilberfadens auf schnell beweglichen Platten zu photographiren. Es war von vornherein nicht unwahrscheinlich, dass man aus dem Verlaufe der Curven Anhaltspuncte für das eigenthümliche Verhalten des Capillarelectrometers bezüglich der Wiedergabe der Inductions-ströme wird finden können.
Das von mir benutzte Capillarelectrometer war im ganzen und grossen dem von L. Morochowetz 4) construirten, sehr leicht zu handhabenden Apparate nachgebildet, mit dem unwesentlichen Unterschiede, dass die Spitze der Capillare wie gewöhnlich nach unten gerichtet war. Das Electrometer mit dem Mikroskope und die Bogen lichtlampe befanden sich in einem Zimmer, die bewegliche Platte in einem anderen; beide Zimmer waren durch ein lichtdichte, mit einer Oeffnung versehene Wand getrennt 5). Zur Bewegung der Platte wurde eine Einrichtung nach Art des Federmyographions verwendet; die Bewegung selbst wurde durch die spannende Kraft einer elastischen Schnur ausgelöst. Dicht vor der Platte befand sich eine 0,3 mm. breite Spalte. Zwischen der Spalte und dem Electrometer, sehr nahe der Spalte, war ein in den
*) Grützner, Arch. f. d. g. Physiol. Bd. 41, p. 25(h ^
-) Marey, Physiologie experimentale, III année, 1877, p. 33.
3)	Schenk, Ueber den Einfluss der Spannung auf die negative Schwankung des Muskelstromes. Arch. f. d. g. Pbys., 1896, Bd. 63, p. 3l7.	8Q 07
4)	Morochowetz, Appareils et instruments a 1 usage des physiologistes. Moscou, 1893, p. -<■
s) Genaueres über die Einrichtung des Dunkelzimmers in dem physiologischen Institute zu Moskau s A. Samojloff. Internationale photographische Monatsschrift, 1897, Band IV, Heft 2.