﻿ZUR LEHRE VOX DEN STOMATA DER SERÖSEN HÖHLEN.
149
7
ming der Lymphwege bei dem Hunde dieselbe wie bei der Maus. Bei der Injection der Lymphgefässe von der pleuralen Seite aus mit einer Lösung von Berlinerblau, vermittelst Einstich mit der Pravaz’schen Spritze, konnte man sehen, wie der Farbstoff auf die peritoneale Seite überging und die erwähnten radialen Striche anfüllte. Beim Injiciren eines solchen Streifens durch Einstich verbreitet sich der Farbstoff' nicht nur längs desselben, sondern geht rasch auch auf die benachbarten Streifen über und injicirt dieselben. Dabei erhält man ein feines Netz von oberflächlich gelegenen Lymphgefässen, welches selbst mit unbewaffnetem Auge zu unterscheiden ist.
Bei geringer Yergrösserung erscheint das System der oberflächlichen Lymphgefässe folgendermassen gestaltet: an den Stellen der Streifen sieht man ein System von senkrecht gegen einander gerichteten kleinen Gefässen (Fig. 2);
ein Teil derselben läuft parallel dem	''	- xx
Umkreise des Zwerchfelles und vereinigt	"	... --	~
sich mit den Gefässen des benachbarten
Systems, die Gefässe des andern Teils c 1—- .	-	.
endigen, ehe sie den nächsten Streifen	Y
erreichen. Alle ringförmig angeordneten	^	|
Gefässe dieses Systems sind mit einan- a ---------	' -	— j
der durch kurze Anastomosen verbunden, die den radialen Lymphgang bilden.
Einige der querlaufenden Gefässe kommen der Oberfläche näher, was auch durch intensivere Färbung zu erkennen ist. Dieses feinmaschige Netz aus ringförmigen und radialen oberflächlichen Lymphgefässen ist es eben, welches macroscopisch den weisslichen radialen Streifen bildet.
Die Vorstellung, welche man sich von der Verteilung der Lymphgefässe in dem Diaphragma des Hundes zu machen hat, wäre also folgende. An gewissen Stellen der pleuralen Seite dieses Organs laufen in radialer Richtung oberflächliche Lymphgefässe, die seitwärts Abzweigungen entsenden: durch diese werden die radialen Gefässe mit einander derartig verbunden, dass sich ein feinmaschiges Netz oberflächlich gelegener Lymphgefässe von capillärem Character bildet. Die radial liegenden Gefässe sind mit denjenigen der pleuralen Seite unmittelbar verbunden. An mit Hermann’scher Flüssigkeit fixirten Präparaten der serösen Membran, die in der Folge mit Holzessig geschwärzt worden waren, färben sich die den Streifen entsprechenden Endothelzellen dunkler und sind kleiner als diejenigen, welche den übrigen Teil des Zwerchfelles bekleiden, d. h. sie gehören zu Schweiger-Seidel’s «kleinen» oder Kolosoff's «protoplasmatischen Zellen.
Auf der pleuralen Seite sind eben solche Streifen sichtbar, die, der Injection durch Einstich nach zu urteilen, mit den ringförmigen Lymph
Fig. 2. Injection mit BeiTinerblau mittels Einstich des Zwerchfelles eines Hundes. Die Zeichnung stellt das Radialsystem der oberflächlichen Lymphgefässe dar: a) Ranvier’s «culs-de-sac»—Ursprung der Lymphgefässe. d) Radiale Anastomosen.
gelassen