﻿ZUR, LEHRE VOX HEX
ST0.MATA DER SERÖSEN HÖHLEN.	147
gäbe ist ersichtlich, wie verschiedenartig und zuweilen sogar widerspruchsvoll unsere Kenntnisse von den "Wegen, auf denen die Absorption aus der Bauchhöhle vor sich geht, gestaltet sind.
Meine Untersuchung über diesen Gegenstand begann ich mit Experimenten über die Absorption von chinesischer Tusche und löslichem Berlinerblau seitens des Diaphragma eines Kaninchens. Diese versuche wurden nach der bekannten Methode an einem halbirten Kaninchen angestellt, und wurde anfangs ein dem von Schweigger-Seidel beschriebenen identisches Bild erhalten; d. h. es waren auf der peritonealen Seite des Zwerchfelles deutlich in radiale Richtungen geordnete, mit Farbstoff angefüllte Streifen zu sehen, während auf der pleuralen ein mehr oder weniger klares Netz von Lymphgefässen hervortrat.
Zu Versuchen an anderen Thicren übergehend, wählte ich weisse Mäuse, die sich beim Manipuliren besonders bequem erwiesen. Schon anderthalb Stunden nach dem Einspritzen von 1 Cc. Berlinerblau in die Peritonealhöhle derselben mittels der Pravaz’schen Spritze erhielt ich eine vorzügliche injection der Lvmphgefässe. Das Bild war ein etwas anderes als bei den Kaninchen. Das Centrum des Zwerchfelles wies nicht die geringste Spur von Farbstoff auf: auf dem muskulösen Teil der der Bauchhöhle zugekehrten Seite waren farbige Streifen sichtbar, die von der Peripherie znm Centrum gingen, all-mählig schmäler wurden und. bevor sie den seimigen Teil erreichten, in einen Strich ausliefen. Auf der pleuralen Seite gewahrte man ein schönes Netz von Lymphgefässen. deren allgemeine Richtung eine ringförmige war; dieselben nahmen nur den peripheralen Teil des Zwerchfelles ein. ohne sich dem sehnigen Centrum zu nähern. Wenn man das nichtinjicirte Zwerchfell einer Maus durch die Loupe betrachtete, so konnte man wahrnehmen, dass die den radialen Streifen entsprechenden Stellen dünne weissliche Striche vorstellten.
An Silberpräparaten des Zwerchfelles konnte wahrgenommen werden, dass die Stellen, welche den blauen radialen Streifen entsprachen, einen etwas abweichenden Charakter aufwiesen: während das Centrum des Diaphragma und der grössere Teil des Muskels desselben mit verhältnissmässig grosszelligem Endothel bedeckt war, erschienen die über diesen Stellen liegenden Zellen des Endothels bedeutend kleiner, und schien die seröse Hülle hier eine Falte zu bilden, Um ein möglichst deutliches Bild zu erhalten, schritt ich zur Versilberung des Zwerchfelles nach der physiologischen Injection desselben mit Berlinerblau, Zur Sichtbarmachung der Lvmphgefässe bediente ich mich der Ran-vier'schen, in seinem Lehrbuche beschriebenen, Methode 9) mit dem Unterschiede, dass die Präparate nicht länger als 20 Minuten in der Silbernitratlösung gehalten, und das Diaphragma nachher nicht auf ein Glasrohr gespannt wurde, was angesichts der geringen Ausdehnung diese Organs bei der Maus schwierig gewesen wäre. Meine Verfahrungsart dagegen war folgende: nach der Enthäutung wurde die Maus halbirt. die Leber entfernt, sodann der Brustkasten in seinem oberen Teile durchgeschnitten und alle Orga-
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