﻿MIKROSCOPISCHE UNTERSUCHUNGEN.
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contraction vermögen.... Einrichtungen, die wir bis jetzt noch nicht entdeckt haben, könnten vielleicht später entdeckt werden. Es kommt also meines Erachtens nach nur darauf an», schliesst Stricker”), «wie schwer die Argumente sind, welche für eine active Erweiterung der Gefässe aufgebracht werden können. Ich habe Ihnen gezeigt, dass Argumente vorhanden sind. Weitere Untersuchungen werden erst entscheiden, wie schwer sie ins Gewicht fällen ».
<Zu den Grundlagen einer dereinstigen Theorie der nervösen Gefässer-weiterung gehören , sagt mit vollem Recht Frey11), «unter Anderem auch die Kenntnisse der Orte, auf welche der Angriff der Nerven erfolgt, und die Gewissheit darüber, oh in der erregten Wandstelle nur der Elasticitätsgrad gemindert, oder ob in ihr eine selbständige Bewegung ausgelöst werde. Die erste der aufgeworfenen Fragen», fährt Frey fort, <ist nicht mehr ohne weiteres zu beantworten seit der wichtigen und bestätigten Beobachtungen Strieker’s über die contractilen Elemente der Capillaren des Blutstromes».
Die Entscheidung darüber, ob bei der Reizung der gefässerweiternden Nerven in den kleinen Arterien oder in den Capillaren die Ausdehnung beginnt, und auch, ob die Gefässerweiterung, die man bei Reizung bezeiehneter Nerven wahrnimmt, als ein actives oder passives Phänomen vorgeht, lässt sich, nach der Meinung Frey’s11), nur au solchen nervös erweiterungsfähigen Gefässgebieten gewinnen, welche der mikroskopischen Beobachtung zugänglich sind. Solche Bedingungen konnte Frey nur in der Zunge des Frosches finden, zu deren Gefässen wie dies Lépine12) zeigte, die Vasodilatatoren ohne irgend welche Beimischung von Vasoconstrictoren in dem nervus glossopha-ryngeus gehen. Bei Reizung des n. glossopharyngeus konnte Frey12) unter dem Mikroskope eine Gefässerweiterung und eine Beschleunigung des Blutstromes sehen. Bios in den Venen schien es Frey, als ob deren Erweiterung und der Beschleunigung des Blutstromes eine kurzdauernde Verlangsamung des Stromes voranging.
Das höchste Interesse bieten aber Frey’s12) Untersuchungen über den Effect der Reizung der Vasodilatatoren nach vorgängiger Abklemmung der gemeinsamen Aortenwurzel. Seine Beobachtungen beschreibt Frey12) in folgender Weise:
« Eine völlige Stockung des Kreislaufes war die Folge dieser Unterbindung, und unter dem Mikroskope liess sich beobachten, wie das vom Herzen nicht mehr getriebene Blut, den Spannungsverhältnissen im Gefässsystem entsprechend, eine neue Gleichgewichtslage herzustellen suchte, indem es aus den Capillaren gegen die grösseren Gefässstämme abfloss, eine Strömung, welche in den Venen der normalen gleichnamig, in den Arterien ungleichnamig ist. Schickte man nun einen Reiz durch den n. glosso-pharyngeus, gleichviel ob die ausgleichende Strömung noch im Gange oder bereits zur Ruhe gekommen war, so kam neue Bewegung in die träge Blutmasse, jedoch in ganz entgegengesetztem Sinne. Entweder sofort nach dem Reiz oder nach vorangehender Stockung und unschlüssigen Hin- und Herschwankungen drängte das Blut zurück gegen die Peripherie; von den Venen wie von den Arterien floss es gegen die Capillaren, und das früher anämische Gewebe wurde gefüllt. In den Capillaren selbst herrschte keineswegs Ruhe. Jedoch nach einer bis zwei Minuten hatte die centrifugale Bewegung ihr Ende erreicht, das Blut floss wie