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MIKROSCOP1SCHE UNTERSUCHUNGEN.
früher in die grossen Gefässstämme zurück. Oeffnete man dann die Klemme an der Aorta, so stellte sich die Circulation wieder her, das Thier erholte sich und der Versuch konnte von Neuem mit gleichem Erfolge vorgenommen werden.
«Obwohl sich nun das Bild sehr vereinfacht hatte», schliesst Frey11), «so gehört auch jetzt noch eine häutigere Wiederholung der Beobachtung, als sie mir möglich war, dazu, um zu einer endgiltigen Entscheidung der aufgeworfenen Fragen zu gelangen. Dass sie aber auf diesem Wege zu erreichen ist, scheint mir unzweifelhaft. Man wird nicht allein den Ort, wo die Erweiterung beginnt, erfahren, man wird auch, wenn man in dem überall beruhigten Strome eine der Null gleiche Spannung hervorgebracht hat, ermitteln können, ob eine passive oder active Erweiterung der Gefässe eintritt».
Um der völligen Lösung der durch Frey aufgeworfenen Fragen näher zu kommen, wiederholte ich seine Versuche und bemühte mich sie zu vervollständigen. Die Technik meiner Experimente war zum Tlieil dieselbe wie bei Frey11 ). Durch Trepanation und Enthirnung mit einer glühenden Nadel wurden beim Frosche alle selbständigen Bewegungen ausgeschaltet, welche die Blutcircu-lation in der ausgespannten Zunge bleiflussen und durch Verschiebung des Objectes die mikroskopische Beobachtung stören konnten. Dann befestigte ich den Frosch mit dem Bauche nach oben auf einem kleinen Sectionsbette, präpa-rirte die nn. hypoglossum und glossopharyngeum und durschnitt sie möglichst central. Das peripherische Stück des nervi hypoglossi riss ich aus: so liess sich die Zunge ohne jeglichen Widerstand ausstrecken, und zugleich war allen Stromschleifen vorgebeugt. Den peripherischen Tlieil des nervi glossopharyngei nahm ich auf eine Ligatur. Um den Zutritt zur Aorta zu gewinnen, entfernte ich die Vorderhälfte des Thorax und schnitt das Herzfell durch. Um die Blutcir-culation unter dem Mikroskope gut beobachten zu können war es, wie dies schon Cohnheim riet, erforderlich, die untere, glatte und durchsichtigere Zungenfläche nach oben zu kehren, wozu die Zunge um ihre Axe gedreht werden musste. Eine unentbehrliche Bedingung eines glücklichen Erfolges der Versuche ist die volle Abwesenheit einer venösen Stauung und einer Blutüberfüllung der Capillaren, Umstände, die oft durch das Drehen der Zunge um ihre Axe hervorgerufen werden. Zur Messung des Diameters der Gefässe benutzte ich
Zeiss’es Mikrometer ^ das ich in das Compensationocular JVs 6 legte. Die mikroskopische Untersuchung wurde bei den meisten Versuchen mit Hilfe von Zeiss’es Apochromat 8 mm. gemacht. Wollte ich eine höhere Vergrösserungs-kraft anwenden, so konnte ich dies der gar zu kleinen Focusentfernung wegen, nur in den seltensten Fällen thun. Leider gab mir die Mikrometermessung der Gefässbreite bei meinen Versuchen nur sehr geringfügige Resultate. Nach der Abklemmung der Aorta vergrösserte sich bei der Reizung der Vasodilatatoren der Durchmesser der Gefässe so wenig (oft nicht mehr als um die Hälfte einer Theilung des Mikrometers), dass es zu befürchten war, die wahrnem-bare Erweiterung der Gefässe sei nur eine trügerische Erscheinung. Bei den Versuchen aber, in welchen ich, um den Blutdruck auf Null herunterzubringen, das Herz herausgeschnitten hatte, fielen die Capillaren gänzlich zusammen, und