﻿200
EIN ZEUES VERFAHREN 00., ZU MESSEN.
keit der Resultate von der Genauigkeit aller drei Bestimmungen abhängig ist. Auch haben wir die äusserste Sorgfalt auf die Ausführung derselben verwendet, wie man sogleich sehen wird.
Da es bei der Analyse der abgeleiteten Luft auf die Procente von CO, in einem an diesem Gase relativ armen Luftgemische ankommt, so war es geboten eine grosse Menge Luft für die Analyse zu nehmen und diese letztere unter einem relativ niedrigen Drucke auszuführen. Dementsprechend tragen unsere dazu verwendeten Absorptionsröhren an ihren oberen Enden kugelige Erweiterungen von circa 250 ccm. Gehalt, sind über 50 cm. lang, sehr fein in halbe Millimeter eingetheilt und mit Hg nach Gewicht calibrirt. Dank der Liebenswürdigkeit des Herrn Prof. Louguinine sind wir zudem im Besitze sehr feiner, mit Berichtigungstabellen versehener Thermometer. Endlich geschieht die Analyse in der Luft nach Bunsen, 2 Tage in Anspruch nehmend.
Die von der Lauge absorbirte CO, wird volumetrisch bestimmt und zwar in dem vom Prof. Setschenow speciell zu diesem Zwecke construirten Apparate. Ehe ich jedoch zu dessen Beschreibung übergehe, muss ich zuvörderst der Operationen erwähnen, wie man der Lauge in der Natronflasche eine zur Analyse nöthigen Theil entnimmt und diesen in den Kohlensäureaustreiber überträgt. Nachdem die Natronflasche aus ihrer Verbindung mit dem Ausathmungs-rohre gebracht und vorsichtig durchgeschüttelt worden ist, wird deren unteres Ende luftdicht (mittelst Schliffe) mit dem oberen Ende des in der nebenstehenden Figur gezeichneten Hilfapparates H (Fig. 8) verbunden, und dieser letztere bei geöffnetem Hahne l zuerst mittelst einer Pumpe mit CO,— freier Luft, und dann bei geschlossenem Plahne s mit Lauge gefüllt. Man muss von dieser etwas mehr nehmen, als es für die Analyse nöthig ist; und da die Lauge während der Ath-mung in Folge der Wasserabsoption an Volumen zunimmt und diese Zunahme bekannt sein muss, so ist es nöthig den Rest der Lauge aus der Natronflasche in einen Messev-linder ablaufen zu lassen und ebenso den Laugenüberschuss aus dem Hilfsapparate H über die von dort in den CO, — Austreiber übergeführte (und hier zu messende) Laugenmenge.
Der Kohlensäureaustreiber (Fig. 9) besteht aus dem mit Theilungen versehenen und auf seinen Inhalt genau ca* librirten Reciptienten A, wohinein zuerst die Lauge allein, und zwar aus dem oben beschriebenen Hilfsapparate, und später auch die die CO, austreibende Säure kommt— letztere auf dem Wege von D aus über C und b nach A hin. Das sich in A entwickelnde Gas entweicht durch das 82 Cm lange dickwandige Capillarrohr B, dessen oberes Ende in die trichterförmige Erweiterung des Recipienten A eingeschliffen ist, und sammelt sich in einem geräumigen Absorptionsrohr von 650 — 700 Ccm. Inhalt und 900 Mm. Länge.
Nachdem alle Theile dieses Apparates richtig eingestellt sind und das Rohr B aus dem Trichter weggenommen ist. wird das untere röhrenförmige
Fig. 8 (70-