﻿LEBER EEN EINFLUSS DER VERSCHIEDENEN STRAHLEN.
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angebahnt ist, ist diejenige anderer von der neueren Wissenschaft kaum noch in Angriff genommen worden. Zu diesen letzteren gehört auch die Frage über den Einfluss der verschiedenen Strahlen des Spectrums auf die Entwicklung und Färbung der Tiere. Obgleich einige Forscher (Béclard, Poey, Schnetzler, Pleasanton, Gräber, Schoch, Serrano-Fatigati, Young, E. Gorbacewicz) in dieser Richtung gearbeitet haben, so sind verlässliche Versuche nur von Young, Schnetzler und Gorbacewicz ausgeführt worden. Eine der ersten Untersuchungen, in chronologischer Reihenfolge, über den Einfluss der verschiedenen Strahlen des Spectrums (ausser den orangefarbenen) kommt Béclard zu, der im Jahre 1858 Versuche über die Entwicklung der Brut von Musca carnaria anstellte, indem er die gleiche Anzahl zu einer und derselben Zeit gelegter Eier dieses Insekts unter Glasglocken von verschiedener Farbe brachte. Aus allen Eiern entwickelten sich Larven, aber 4— 5 Tage später waren diejenigen, die sich in den violetten Strahlen entwickelt hatten, dreimal dicker und länger als die Larven, auf welche die grünen eingewirkt hatten. Auf Grund ihres günstigen Einflusses auf diese Organismen ordnet Béclard die Strahlen des Spectrums in folgender abnehmender Reihe an: violett, blau, rot, gelb, das weisse Liebt und zuletzt grün. Leider hat er nichts ülmr das weitere Schicksal jener Larven berichtet, sowie auch den Monochromatismus der von ihm gebrauchten farbigen Gläser nicht untersucht.—Im Jahre 1869 stellte General Pleasanton folgenden Versuch an Schweinen an. Es wurden 4 Ferkel (6 Weibchen und 1 Männchenj von circa 2 Monaten in einen durch ein violettes Glas, und eine zweite derartige Gruppe in einen durch ein weisses Glas erhellten Raum gesperrt. Alle Tiere wurden mit demselben Futter, in gleichen Quantitäten und zu gleicher Zeit gefüttert. Nach 4 Monaten wurde eine jede Gruppe gewogen und das Gewicht derselben mit deren Gewicht vor dem Versuche verglichen. Dabei erwiesen sich die unter dem violetten Glase aufgewachsenen Ferkel um 22 Pfund schwerer; da dieselben aber vor dem Versuch um 12 Pfund leichter gewesen waren, so betrug der Unterschied 34 Pf. Andere, an einem Stiere angestellte Versuche desselben Autors bekräftigten die von ihm gezogenen Schlüsse.— Im Jahre 1874 untersuchte Schnetzler, Professor an der lausanner Universität, den Einfluss der grünen Strahlen auf die Entwicklung von Rana temporaria 2 Ge-fässe von gleichem Rauminhalt—aber das eine aus durchsichtigem weissem, das andere aus grünem Glase —wurden mit Wasser gefüllt und mit Froschlaich versehen. Die Froschlarven bekamen dieselbe Nahrung, doch entwickelten sich die im weissen Gefässe enthaltenen sehr rasch, während die im grünen befindlichen fast alle umkamen, und nur eine, die man in das weisse Glas gesetzt hatte, sich entwickelte und in einen Frosch verwandelte. Die spectroscopische Untersuchung erwies, dass das grüne Glas ausser den grünen Strahlen auch noch mittlere rote und gelbe durchliess.—Im Jahre 1879 beschäftigte sich Serrano-Fatigati mit der Frage über den Einfluss der verschiedenen Strahlen des Spectrums auf die niederen Organismen und gelangte auf Grund seiner Versuche zu dom Schlüsse, dass die violetten Strahlen die Entwicklung der niederen Organismen beschleunigen, die grünen dagegen dieselbe verlangsamen. Aus irgend welchen Gründen giebt der Autor nicht an, mit welcher Art niederer Organismen er experimentiert hat.