﻿UEBER DEN EINFLUSS DER VERSCHIEDENEN STRAHLEN.
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Alle diese Tabellen zeigen deutlich genug, dass wie in den einzelnen Perioden, so auch im Allgemeinen die Entwicklung am schnellsten hei gewöhnlichem Lichte vor sich geht, dass die grünen Strahlen grosse Sterblichkeit bedingen und die Entwicklung bedeutend beeinträchtigen, während die roten und violetten die Mitte halten, wobei bei den roten die Entwicklung etwas schneller vor sich geht. Dabei muss ich bemerken, dass ich in der Schachtel mit den violetten Glässern die Raupen immer an der unteren Seite der Blätter fand, wohin sie sich augenscheinlich vor diesen Strahlen, die eine unangenehme Empfindung in ihnen hervorriefen, geflüchtet hatten.—Auf die Frage über die Färbung übergehend, muss ich sagen, dass es mir nicht gelungen st eine Veränderung derselben weder bei den Larven, noch bei den Puppen, noch auch bei erwachsenen Individuen zu erhalten, obgleich ich ausser an Pie-ris rapae auch noch Raupen des buntfarbigen Schmetterlings Vanessa nrticae unter dem Einfluss derselben Strahlen aufgezogen habe. Auch bei keinem der obengenannten Autoren habe ich irgend eine Andeutung darüber gefunden, dass bei ihren Versuchen eine Veränderung in der Färbung stattgefunden hatte. Was den von Gräber beschriebenen Versuch, bei welchem unter dem Einfluss gelber Strahlen bei erwachsenen Vanessa polijchloros, anstatt der gewöhnlichen blauen Flecken auf den Flügeln, graue erhalten worden waren, so habe ich zwar mit dieser Art keine Versuche gemacht, aber bei dem ihm verwandten Schmetterling Vanessa nrticae kommt eine solche Farbenveränderung bei in gewöhnlichem weissem Lichte ausgekrochenen Individuen vor und muss daher als Varietät angesehen werden. Es ist natürlich a priori schwer zu sagen, warum weder ich noch meine Vorgänger, ausser Gräber, eine Farben Veränderung beobachten konnten, sei es dass wir uns bei unseren Versuchen solcher Tiere bedienten, die sich durch besonders beständige Pigmentirung auszeichneten, oder dass die verschiedenen Strahlen des Spectrums keinen Einfluss auf die Entwicklung dieses oder jenes Pigments ausüben. Ohne irgend welche Verallgemeinerungen zu wagen, will ich nur bemerken, dass die von mir gewonnenen Thatsachen zu denen der obengenannten Autoren m scharfem Widerspruch stehen. Während alle meine Vorgänger, ausser Gorbacewicz, behaupten, dass die violetten Strahlen im Vergleich mit den andern die Entwicklung merklich beschleunigen, kann ich nicht anders als dem gewöhnlichen unzer-streuten Lichte die erste, den violetten Strahlen aber erst die dritte Stelle einräumen. Gleicherweise stimmen die von mir erhaltenen Resultate auch mit denen von Young in Bezug auf die roten Strahlen nicht überein; Young sagt nämlich, dass die roten Strahlen die Entwicklung hemmen, während ich dieselben sogar über die violetten stellen muss und mich darin mehr Gorba-cewicz und Béclard nähere. In meiner historischen Uebersicht über die Literatur dieses Gegenstandes wies ich darauf hin, dass Young’s Versuche an Hydra viridis und Convoi ata Schultzii ganz unerwartete Resultate geliefert hatten; wenn man denselben die ganz einzeln dastehenden Untersuchungen Gorbacewicz’s zur Seite stellt, so erhält man unvereinbare Resultate. Wahrscheinlich liegt die Ursache davon darin, dass die Strahlen des Spectrums auf verschiedene Tiere eine ungleiche Wirkung ausüben, obgleich nicht zu leugnen ist, dass diese Widersprüche auch teilweise der Verschiedenartigkeit der bei den Untersuchungen angewandten Methoden zuzuschreiben ist.