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ZUR PHYSIOLOGIE DES NERVUS PHRENICUS.
4.	Stärkere Beizungen des centreden Abschnitts eines N. phrenicus mittels des elektrischen Stromes verstärken und beschleunigen den Athmungsrythmus, dann aber werden die Athembewegungen langsamer und nach 10"—15" vom Beginne der Beizung an wird das Athmen beinache so, wie es vor der Beizung gewesen war.
5.	Die Verstärkung der Beizung des centralen Abschnitts eines N. phreni-cus mittels des elektrischen Stromes übt auf dem Athmugsrythmus keinen Einfluss aus.
Die auf Grund der Besultate meiner Versuche gezogenen Schlüsse berechtigen zu der Voraussetzung, dass die Beizung des centralen Abschnitts eines N. phrenicus sich auf das Athmungscentrum überträgt, oder dass zwischen dem Centrum des N phrenicus und dem Athmungscentrum eine Verbindung besteht.
2. Einfluss der Reizung des centralen Abschnitts eines N. phrenicus auf den Blutdruck.
Zur Bestimmung des Blutdrucks bediente ich mich des Kymographen \on Ludwig mit dem endlosen Bande; alle Versuche wurden an curarisierten Tieren ausgeführt.
Die Resultate derselben sind in Zahlen in folgender Tabelle verzeichnet:
Aus obiger Tabelle können folgende Schlüsse gezogen werden: der anfängliche Blutdruck, der im Allgemeinen = 166 Mm. war, stieg unter dem Einflüsse der Reizung des centralen Abschnitts eines N. phrenicus im Allgemeinen bis 186 Mm., d. h. um 20 Mm. oder um 12°/0. Diese Steigerung fand in sieben Fällen unmittelbar nach dem Beginne der Reizung, in acht Fällen im Mittel 8'5" nach dem Beginne der Reizung mittels des elektrischen Stromes des centralen Abschnitts des N. phrenicus statt.
15" nach Beendigung der Reizung war der Blutdruck im Allgemeinen — 168 Mm., anstatt 166 Mm. vor dem Beginne der Reizung, d. h. im Allgemeinen, im Vergleich mit der anfänglichen Höhe, um 2 Mm. höher, wobei er in zwei Fällen dem anfänglichen gleich war, in vier Fällen um 5,5 Mm. niedriger und in neun Fällen um 5,7 Mm. höher als der anfängliche war. In allen fünfzehn Fällen war 15" nach Beendigung der Reizung des centralen Abschnitts eines N. phrenicus mittels des elektrischen Stromes der Blutdruck im Allgemeinen um 2,3 Mm. höher als der anfängliche.
Die Ergebnisse dieser Tabelle, lassen sich folgendermaassen formulieren:
1.	Die Beizung mittels des elektrischen Stromes des centralen Endes eines N. phrenicus bewirkt eine Erhöhung des Blutdrucks, folglich enthält der N. phrenicus «pressorische> Fasern, oder, mit andern Worten, der Zwerchfellnerv ist ein sensorischer Nerv.
2.	Beinahe in der Hälfte der Versuche fand die Erhöhung des Blutdrucks nicht unmittellbar nach dem Anlegen der Elektroden statt, sondern erst nachdem die Pulskurve eine kurze Strecke auf der früheren Höhe durchlaufen hatte, folglich nach einer gewissen latenten Periode.
3.	Die zur Hebung der Pulskurve auf ihren Höhenpunkt erforderliche Zeit rear verschieden: die Pulskurve erreichte den höchsten Punkt entweder unmittelbar nach dem Ansetzen der Elektroden oder um 5"—11" später.
5. Nach Beendigung der Beizung kehrte der Blutdruck entweder zu der Höhe, auf der er von der Beizung gestanden hatte, zurück, oder er blieb höher oder niedriger stehen, im Allgemeinen aber war er ein wenig höher als anfänglich.