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ZUR BIOLOGIE DER INFUSORIEN.
.Es wirft sich erstens die Frage auf, welches die morphologischen und physiologischen Ursachen des Alterns der Infusorien sind, und zweitens aus welchem Grunde die Conjugation zweier Individuen Verjüngung verursacht. Zur Beantwortung dieser Fragen sind viele Hypothesen aufgestellt worden. Nach Weisman s Lehre sind die einfachen Organismen unsterbliche Wesen, die nur zufällig, infolge irgend eines ungünstigen Umstandes, wie z. B. Austrocknen, Einwirkung giftiger Substanzen, Verschlungen werden von einem anderen Organismus und dergl. zu Grunde gehen können. In der That stirbt eine sich vermehrende Amöbe nicht, sondern bringt zwei neue Individuen hervor, jeder ihrer Abkömmlinge giebt wieder zweien das Leben und s. w. Bei solchen Tieren kann nicht einmal die Frage aufgeworfen werden, welches von den abgetrennten Individuen den mütterlichen und welches den töchterlichen Organismus vorstellt, da keines von ihnen weder Mutter noch Tochter genannt werden kann.
Beide durch Teilung entstandenene Individuen sind einander ganz gleich, hinsichtlich ihrer physiologischen Kraft, sowie auch des Alters vollkommen identisch und in gleichem Maasse fähig ihre Art zu erhalten und zu vermehren.
Diese Hypothese Weisman's veranlasste den französischen Naturforscher Meaupas dieselbe praktisch zu untersuchen. Es erwies sich dabei, dass unter den Protozoen bei den Infusorien die Fähigkeit sich zu vermehren keine unbegrenzte ist: nach einer gewissen Anzahl aufeinanderfolgender Teilungen beginnt ein Vorgang, den Meaupas, wie oben erwähnt, greisenhafte Entartung genannt hat.
Nach Alexander Goethes, Meinung ist der Tod der Tiere eine mit dem Leben von Anfang an verbundene Notwendigkeit. Daher sind die einzelligen sowohl wie die vielzelligen Tiere sterblich. Bei den einzelligen tritt der Tod dann ein, wenn das Tier sich mit einer Cyste umhüllt hat. In der Cyste entsteht im Stadium der Ruhe die Wiedergeburt und Erneuerung des Tieres, und aus derselben geht schon ein neues, aus dem alten wiedergeborenes Individuum hervor.
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Gegen Goethe's Hypothese hat Weisman den wohlgegründeten Einwurf gethan, dass die Bildung einer Cyste nicht immer Wiedergeburt und Erneuerung des Organismus nach sich zieht. Bei vielen Protozoen bilden sich Cysten zum Schutz der Individuen gegen schädliche oder vorübergehende Einflüsse des Mediums.
Nach Bütschli sind die niederen Organismen potentiell unsterblich; um die Ursache des Todes höherer Organismen zur erklären nimmt Bütschli die Möglichkeit nur einer Hypothese und zwar derjenigen an, dass in den Zellen eine besondere Substanz enthalten ist, welche als Ferment wirkt und chemische Reactionen als Quelle der vitalen Erscheinungen hervorruft. Dieses Ferment schwindet nach und nach, obwohl sehr langsam, bis es ausgeht. Nimmt man an, dass das Ei eines der höheren Tiere eine bestimmte Quantität Lebensferment enthält, welches im Laufe des Lebens nach und nach zerstört wird, so erscheint der Tod als Folge des fortschreitenden (allmähligen) Verschwindens dieses Ferments. Die einfachen Organismen bezitzen ebenfalls