﻿ZUR BIOLGIE DER INFUSORIEN.
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Lebensferment, besitzen aber gleichfalls die Fälligkeit dasselbe zu erneuern, was die Protozoen vor natürlichem Tode schützt. Die höheren Tiere sind auch der Erneuerung des Lebensferments fähig, aber dieselbe findet nur während der Befruchtung statt.
Die schwache Seite der Blütsclilïsehen Hypothese besteht darin, dass das Vorhandensein des erwähnten Lebensferments noch von niemand bewiesen worden ist. Die Wissenchaft besitzt Mittel Fermente abzuscheiden, zu isolieren oder wenigstens deren unmittelbare Gegenwart zu beweisen. Dasselbe hätte auch BUitschli hinsichtlich des Lebensferments thun sollen, damit man ihm nicht den Vorwurf machen könne, dass das hübsche Wort nur dazu dient das Wesen der Erklärung dieser Erscheinung zu verhüllen. Ausserdem hat seiner Zeit Prof. Cholodkoivski gegen die Bütsclûïsehe Hypothese einen gerechten Einwurf gethan. Nach Bütscldi wird das Lebensferment, wie erwähnt, durch die geschlechtlichen Zellen hervorgebracht. «Wir wissen aber», sagt Cholodkowski, «dass manche Tiere aus ihren einzelnen Teilen einen vollständigen neuen Organismus hervorbringen können, folglich wird in diesem Falle das Lebensferment nicht von den geschlechtlichen, sondern von den somatischen Zellen geliefert.
Zur Frage über das Altern der Organismen liât Prof. Tarclmnow eine der erwähnten Bütsclili’schm ähnliche Hypothese dargelegt, derselben aber eine mehr faktische Grundlage gegeben. Seiner Meinung nach verringert sich die Kernsubstanz, der die schöpferische Rolle bei den Lebensvorgängen der Zellen gehört, in dem Maasse,. als sich die Zellen vermehren, was eine Verminderung der schöpferischen Kraft der Zellen und deren Fortpflanzungsfähigkeit zur Folge hat. Der schwache Punkt dieser Hypothese besteht darin, dass dieselbe sich auf die quantitative Verminderung der Kern-substanz gründet, Wir wissen aber aus Balbianïs Versuchen an der Infusorie S t e n t o r. dass kein Grund vorhanden ist diese oder jene Lebenserscheinungen der Zelle mit der Grösse des Kerns in Verbindung zu bringen. Irgend ein Teil eines Kerns hat in den Lebensprocessen dieselbe Bedeutung wie der ganze Kern. Ausserdem findet bei der Conjugation der Infusorien, auf welche die Verjüngung der conjugierten Individuen folgt, wie bekannt, keine Vermehrung der Kernsubstanz statt. Nach N. Jonson's Beobachtung endlich wird bei Stentor Vermehrung und darnach Altwerden nicht von Verminderung des Kerns begleitet. Jonson fand unter seinen Kulturen von Stentor gealterte Individuen mit atrophierten Teilen, bei denen die Knoten am Kern zahlreicher waren als bei normalen Individuen, bei denen das Alter noch nicht eingetreten war.
Eine weitere Erklärung des Altwerdens der Organismen ist von Bellte vf vorgeschlagen worden. Seiner Ansicht nach besteht die hauptsächlichste Aufgabe der im Kerne bei der Teilung sich ab wickelnden Vorgänge in der richtigen Verteilung der Kernsubstanz unter den Tochterzellen. «Nehmen wir an», sagt Delbeuf, «dass ein Infusorium aus zweierlei Elementen, a und b, besteht, deren quantitatives Gleichgewicht eine notwendige Bedingung der Wohl-fart des Tieres ist. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass dieses Gleichgewicht während einer ganzen Reihe aufeinanderfolgender Teilungen nicht gestört