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zur BIOLOGIE DER INFUSORIE.
werde, und zwar ebenso unwahrscheinlich, wie wenn man etwa aus einem 1000 schwarze und 1000 weisse Kugeln enthaltenden Sacke eine Anzahl von 1000 Kugeln herausnehmen wollte, welche gerade aus 500 schwarzen und 500 weissen bestände.
Auf Grund der Wahrscheinlichkeitstheorie nimmt DeJbevf an, dass bei dem Teilen einer ganzen Reihe von Säcken die kleineren Säcke entweder 513 weisse und 487 schwarze Kugeln oder umgekehrt enthalten würden. Ist aber das Gleichgewicht einmal gestört, so werden die Störungen bei den nachfolgenden Teilungen immer bedeutender werden, so dass es zuletzt Säcke mit Kugeln nur einer Farbe geben wird; sind aber einmal solche Säcke zu Stande gekommen, so wird deren Anzahl immer mehr anwaehsen und es wird eine Zeit kommen, wo alle Säcke nur einfarbige Kugeln enthalten werden. Bei den Infusorien kommt es nicht bis zur Einfarbigkeit, da schon eine geringe Störung des Gleichgewichts den Tod des Tieres bewirken kann .
Prof. Schimkewitsch teilt obige Ansicht DeWeufs. «Die meisten Biologen unserer Zeit», sagt er, geben das wenn auch noch nicht bewiesene, deshalb aber nicht minder reelle Vorhandensein besonderer Individuen (Einheiten) zu, die zwischen dem Molekül und der Zelle die Mitte halten. Zu denselben gehören die Hämulen, Pangenen, Idioplasten und Biophoren. Alle derartigen Einheiten der Zelle, die auf die eine oder die andere Art in den Zellen selbst liegen, bestimmen die vitalen Eigenschaften derselben. Doch wird man schon durch einfache Beobachtung gewahr, dass die karyokineti-schen Vorgänge gar nicht so vollkommen sind, wie man glauben sollte, und dass abnorme Abweichungen nichts Seltenes sind. < Dabei muss man auch nicht vergessen», sagt der Autor weiter, «dass wir es liier mit dem lebendigen Plasma zu thun haben, welches von äusseren Einflüssen und Einwirkungen leicht beeinflusst wird. Endlich würde die Voraussetzung, dass man in der Karyokinese einen absolut vollkommenen Apparat vor sich hat. allen unseren Vorstellungen von der Natur der lebendigen Wesen widersprechen. Uebrigens können wir bis jetzt nur grobe Abweichungen bemerken, während die molekularen Abweichungen des Kerns, die normalen sowohl wie die abnormen, unserer Beobachtung noch unzugänglich sind. Eine genaue Verteilung der Moleküle in zwei gleiche Hälften bei der Teilung des Kerns kann in der That schwerlich angenommen werden. Schon bei der ersten Teilung des Kerns wird wohl eine Störung in der gleichmässigen Verteilung der Moleküle des Kerns unter die Tochterkerne stattfinden, und wird bei jeder nachfolgenden Teilung die Ungleichmässigkeit in der Verteilung der Moleküle des Kerns immer grösser werden». Ueberhaupt muss, der Meinung des genannten Autors nach, die Ursache des Altwerdens der Organismen und der Entartung der Zellen in der Unvollkommenheit des Teilungsprocess gesucht werden.
Diese von Delbeuf und Schimkewitsch vorgeschlagene Erklärung des Altwerdens der Organismen entspricht vielleicht wirklich der Lage der Dinge, doch ist dieselbe vom Gesichtspunkt der faktischen Beweisführung aus nicht überzeugend, da es bei dem gegenwärtigen Stande unseres Wissens nicht möglich ist Defecte der Kernteilung, die eine Teilung der Moleküle vorstellen soll, und zwar Defecte quantitativer Natur, faktisch zu untersuchen.