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ZUR BIOLOGIE DER INFUSORIEN.
Kampf ums Dasein, und ist das Resultat dieses Kampfes die Zerstörung des zusammengesetzten Organismus, der Tod desselben.
Das sind die Hypothesen, welche die Ursache des Alterns der Infusorien und teilweise auch der höheren Organismen zu erklären haben. Meines Erachtens nach ist der Grund dieser Erscheinung ein anderer. Ehe ich denselben aber nenne, will ich eine Beobachtung anführen, auf die ich meine Ansicht gründe J).
Während meines Aufenthalts im vorigen Sommer im Kaukasus gelang es mir in einer der in den Bergen befindlichen Gruben eine grosse Menge Infusorien, Paramaecien, zu finden, aber in Ermangelung von Handbüchern konnte ich die Art derselben nicht genau bestimmen. Um diese Infusorien zu studieren richtete ich auf dem Deckglase genau einen solchen Behälter ein, wie ihn Meaupas beschrieben hat. Indem ich ein in diesem Behälter vom 21-ten Juli bis zum 26-ten August befindliches Exemplar dieser Infusorien beobachtete, konnte ich die Vermehrung desselben durch Teilung wahrnehmen, wobei aber die den Infusorien eigenthümliche Beweglichkeit das Zählen der Generationen sehr erschwerte. Jedenfalls waren ihrer mehr als 20. Zuletzt wurden Generationen sehr kleiner, wenig beweglicher, mit einer kleinen Anzahl von Wimpern versehener Infusorien erhalten. Die Nahrung derselben bestand die ganze Zeit über in einer Abkochung von Heu und Fleischbrühe nach Prof. Schewiakoiv's Methode.
Yergüngung gealterter Exemplare gelang es mir ausser durch gewöhnliche Conjugation, auch noch dadurch zu erhalten dass ich altgewordene Individuen in einen neuen, 5 frische Wassertropfen enthaltenden Behälter versetzte. Die dorthin versetzten Infusorien verjüngten sich wieder, wurden grosser, beweglicher und vermehrten sich. Wie lange solch eine Verjüngung im neuen Behälter währen kann, habe ich nicht genau untersucht. Diese von mir erworbene Thatsache giebt, wie ich glaube, die Möglichkeit die Ursache des Altwerdens der Infusorien folgendermaassen zu erklären.
Während die Infusorien mehrere Generationen hindurch in einem und demselben Wasser leben, scheiden sie in dasselbe eine Reihe den sogenannten Toxinen analoger Substanzen aus. Diese in dem Wasser enthaltenen Toxine vergiften nach und nach den Organismus der Infusorien. Es ist begreiflich, dass je zahlreicher die im Wasser lebenden Generationen sind, desto mehr Toxine sich anhäufen. Diese Vergiftung wirkt sowohl auf den Kernapparat der Infusorien als auch auf deren Plasma. Die Veränderung selbst ist nicht nur eine morphologische, sondern auch eine chemische. Die erstere ist schon längst durch eine ganze Reihe von Untersuchungen (Meaupas, Jonson u. A.) constatiert worden; zu Gunsten der letzteren spricht, wie mir scheint, das ungleichartige Verhalten jüngerer und älterer Infusorien zu den Kernfarben. So sieht man bei doppeltem Tingieren z. B. mit Gentian-Yiolett und Safranin, dass bei gealterten Individuen diejenigen Elemente vorherrschen, die durch Safranin tingirt werden. Ferner unterscheiden sich gealterte Infusorien beim Tingieren durch Methylen in der Hinsicht, dass sie mehr grünlich gefärbt erscheinen.
p Die jüngst veröffentlichte Hypothese von Metschnikow erschien, als diese Mitteilung schon im Drucke war, darum führe ich sie hier nicht an.