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BIBLIOGRAPHIE.
Das Arginin hat der Verfasser zum Theil von A. Kossel bekommen, zum Theil selbst aus den Testikeln von (127) Häringen dargestellt. Die vom Kochsalz durch Auswaschen in fliessendem Wasser möglichst befreiten Testikeln wurden fein zerhackt und mit Schwefelsäure (auf je 500 Grm. feuchte Testikeln 3000 Cc. concentr. Schwefelsäure und 200 Cc. Wasser) mit Rückfluss-kühler während 8 Stunden gekocht. Aus den Zersetzungsproducten wurde das Arginin sannnt dem Histidin und dem Thymin mittelst Silbernitrat und ßarytwasser nach Kossel’s Verfahren f) abgeschieden, der Niederchlag mit Schwefelwasserstoff zersetzt und aus dem mit Salpetersäure neutralisierten Filtrate von Silbersulfid, Histidin und Thymin mit Silbernitrat und Ammoniak nach Heelin’s Verfahren s) gefällt. Aus dem Filtrate von diesem Niederschlage wurde das Arginin als saures Argininsilbernitrat CtHi, W4 Ö, . HNO, -+- AgK03 auskrystallisiert * * 3).
Der Verfasser zieht es entschieden vor, das Arginin als saures und nicht als basisches Argininsilbernitrat CrßA( f A) 0, AgNO^ h- '/,!!] 0 zureinigen, da dieses Salz leichter als jenes zersetzlich ist und ausserdem amorphe, sich beim Erwärmen schwärzende Beimischungen enthält. Das Arginin lässt sich auch als Argininkupfernitrat gut reinigen.
Arginin bildet rosettenartige Drusen von rechtwinkeligen oder zugespitzten Tafeln und dünnen Prismen und schmilzt bei 207—207,5°. Es hat einen schwach bitterlichen Geschmack und besitzt keinen Geruch. Gegen Lakmus, Kohlensäure der Luft und Salze von schweren Metallen verhält es sich wie ein kräftiges Alkali. Es wurde nach der Gefriermethode das Molekulargewicht des Arginins bestimmt; die Substanz bei 110" getrocknet, wobei sie sich als vollkommen frei von Kohlensäure erwies; während der Bestimmung wurde der Zutritt der Kohlensäure aus der Luft verhindert; als Lösungsmittel diente Wasser. Diese Bestimmungen zeigten unzweideutig, dass dem Arginin die Molekularformel CftH, 4 N, 0, und kein Multiplum derselben zukommt.
Argininchlorid Ct< Ht 4 N, 0, . IICl -+- H, 0 ist in heissem 85%-igem Alkohol schwerer löslich als in kaltem und krystallisiert aus Alkohol in gut ausgebildeten rosettenartigen Drusen von tafelförmigen Krystallen. Durch mehrere analytische Bestimmungen hat der Verfasser bewiesen, dass das Salz ein Molekül Krystallwasser enthält, während das von Schulze und Steiger (1. c.) dargestellte Argininchlorid krystallwasserfrei war; das von Hedin 4) erhaltene Salz enthielt ebenfalls 1 Molekül Krystallwasser. Das krystallwasserfreie Salz hat keinen scharfen Schmelzpunkt und schmilzt unter Zersetzung bei 209°. Es wurde das specifische Drehungsvermögen von Argininchlorid und die Einwirkung von Salzsäure und Barythydrat auf dasselbe mit dem grossen Lippich’sehen Halbschattenpolarimeter untersucht (15 Bestimmungen). Für GnH{,K, 0, . HCl bei c = 9,579% ist [a]l)20=-t-10,70; somit ist das Arginin thierischen Ur-
*) A. Kossel. Ztsclir. f. phys. Cb., Bd. 25, S. 179.
= ) S. G. Hedin. Ibid., Bd. 22, S. 192.
3)	In der Abhandlung ist die Darstellung von Arginin ausführlich beschrieben.
4)	S. G. Hedin. Ztscbr. f. physiol, ch., Bd. 21, S. 150.