﻿292
BIBLIOGRAPHIE.
Die Versuche wurden so angestellt, dass etwa 0,1—0,5 Gr. Substanz mit 20 Cc. der Trypsinlösung, die 0,3 — 0,5% Soda enthielt, gemischt und dazu 0,02 Gr. Thymol., resp. 3 Tropfen Chloroform zugesetzt wurden; die Mischungen wurden im Briitofen bei 38°—41° während 5 Tage bis 1 Monat digeriert. Ausser den (74) Versuchen wurden jedesmal auch die Controllversuche mit den gekochten Trypsinlösungen ausgeführt.
Die Entscheidung der Frage, ob die betreffende Substanz durch das Trypsin zersetzt wurde oder nicht, wurde gewöhnlich durch Aufsuchen der Zersetzungsproducte gegeben, von denen Anilin, Phenol und Essigsäure am meisten in Betracht kommen. Die eventuell vorhandenen Anilin und Phenol wurden durch qualitative Reactionen gesucht, die Menge der gebildeten Essigsäure titrimetrisch nach der gleichung: X=S — A-t-B—C bestimmt, worin S die Menge der aus der Mischung der Substanz mit Trypsin nach dem Digerieren gebildeten und daraus abdestillirten flüchtigen Säuren bedeutet; als A ist die Menge derselben im Control]versuche erhaltenen Säuren bezeichnet; B ist die Menge der in der Trypsinlösung präformirt enthaltenen und C ist die Menge der darin während des Digerierens gebildeten flüchtigen Säuren. In einigen Versuchen wurde auch die Bildung von Alkohol. Schwefelwasserstoff, Toluidin, Benzoesäure u. s. w. untersucht Die Menge des unzersetzt gebliebenen Salols wurde durch die Wägung, die Menge der gebildeten Salicylsäure und des nicht zersetzten Biurets colorimetrisch bestimmt.
Die Resultate dieser Versuche waren negativ. Nur in 6 Versuchen mit p—Diacetylamidophenol {Cif,. CO). 0. CJf, . All (CO. Cif ) wurde ein constantes Plus an Essigsäure bei den Versuchen mit wirksamen Trypsinlösungen gefunden. Vorläufig äussert sich der Verfasser über die Versuche mit p—Diacetylamidophenol nur mit Reserve, da die Substanz sich schon beim Digerieren mit einer schwachen Sodalösung allein merklich zersetzt; doch ist es jedenfalls auffallend, dass alle Versuche mit p—Diacetylamidophenol ohne Ausnahme eine grössere Zersetzung der Substanz in den Proben zeigten, wo die Trypsinlösung vorher nicht gekocht wurde, sonst aber alle Bedingungen der Versuche die gleichen waren.
Gutewitsch, Wi. Krystaüograpbisehe Untersuchung einiger Verbindungen von Cholin und Neurin. (Bull, des Natur, de Moscou, 1899, M 4, p. 1 — 21).
ln dieser Abhandlung stellt der Verfasser die krystallographischen Untersuchungen zusammen, die er mit synthetisch dargestellten Verbindungen von Cholin und Neurin ausgeführt hat und die von ihm grösstentheils schon veröffentlicht wurden '). Neu ist die Untersuchung von Cholingoldchlorid.
Cholingoldchlorid G. I/, 4 NO Cl Au Cf krystallisirt in schönen, pomeranzengelben Nadeln: das Salz, welches noch unrein ist. kann sich auch in Würfeln ausscheiden. Krystallsystem asymmetrisch. Die Verbindung zeichnet sich durch einengrossen Reichthum an Formen aus; es wurden beobachtet: [01 Oj, [001], [110], [110], [310], [3Ï0], [025], [023], [373], [373|, [373], [111],
*) Vgl. Wi. Guhwitsch. Zeitsclir. f. physiol. Ob., Bd. 24, S. 514; Bd. 26, S. 175.