﻿IG
METHODE CELLOIPINSEKIEN MIT WASSER UND EIWEISS AUFZUKLEBEN.
Das Aufkleben mit Wasser, die Capillarattractionsmethode, stellt für Schnitte der in Sublimat oder in Alkohol lixirten Objecte ein Verfahren dar, das allen denkbaren Anforderungen entspricht und geradezu eine vollkommene Aufklebemethode genannt werden kann. Sie klebt diese Objecte sicher und hinterlässt auf dem Glase nichts, was nachträglich mitgefärbt werden könnte. Aber auf Objecte, die in oxydirend wirkenden Flüssigkeiten, wie Chromsäure, Osmiumsäure und deren Gemische ffxirt sind, ist die Capillarattrationsmethode bekanntlich nicht anwendbar.
Dagegen gestattet die zweite, die ComUnirte T Yasser- und Eiweissmethode, die Anwendung auch auf Objecte aus verschiedenen Chrom- und Osmiumsäuregemischen und sonstigen Fixirungsflüssigkeiten und besitzt daher für Paraffin-schnitte eine allgemeine Anwendbarkeit. Sie ist ebenso einfach wie die vorhergehende, klebt absolut sicher, ermöglicht ebenso in unbeschränktem Maasse das Glätten und Ordnen und hat nur den einen geringen Nachtheil, dass die minimalsten Spuren von Eiweiss sich hie und da mitfärben, obgleich dieses bei den üblichen regressiven Färbemethoden nur sehr selten geschieht und in keiner nennenswerthen Weise der Reinheit des mikroskopischen Bildes Eintrag thut. Dass die grossen Vorzüge der combinirten Wasser- und Eiweissmethode bei Weitem den eben erwähnten geringen Nachtheil überwiegen, das beweist die grosse Zahl der Freunde, die sich diese Methode in den wenigen Jahren seit ihrer Veröffentlichung erworben hat.
W ie steht es aber mit dem Aufkleben der Celloidinserien?
Man ist wohl darüber einig, dass die hier in Betracht kommenden Methoden mehr oder weniger complizirt, zeitraubend und umständlich sind, dass sie auch im besten Falle sich in keiner Weise mit den so überaus einfachen und doch absolut zuverlässigen Paraffinaufklebemethoden messen können. Das gilt sowohl für die Methoden von Weigert, von Obregia, als für die Bergamottöl- und Vaselinmethoden von Apathy, ohne selbsverständlich ihre Vorzüge und Vortheile verkennen zu wollen. Bei einer solchen Sachlage ist es daher ganz erklärlich, dass man immer wieder bestrebt ist neue Methoden zum Aufkleben der Celloidinschnitte auszudenken und zu erfinden.
Wie wäre es aber, wenn, anstatt eine neue, besondere, speziell zum Aufkleben der Celloidinschnitte geeignete Methode auszuarbeiten, wir versuchten, ob es nicht möglich wäre Nüttel und Wege zu finden eine der vorzüglichen einfachen Paraffinaufklebemethoden auch auf Celloidin anzuwenden; wenn wir versuchten die Hindernisse zu umgehen, die ihrer Anwendung auf Celloidinschnitte bis jetzt entgegengestanden haben?
Diejenigen Paraffinaufklebemethoden, die das Glätten und Ordnen der Schnitte nicht ermöglichen, kommen natürlich kaum in Erwägung. Hier können wir nur die Wassermethode und besonders die combinirte Wasser und Eiweissmethode in Betracht ziehen.
Da die erstere nur für Sublimat- und Alkoholobjecte zuverlässig ist, so kann sie schon desshalb für eine überaus grosse Zahl der Celloidinpräpa-rate gar nicht in Anwendung kommen. Ganz abgesehen davon bleibt die Methode als solche für alle Celoidinschnitte ausgeschlossen, weil das Antrocknen der Schnitte, und zwar das möglichst vollkommene Antrocknen, der einzige