﻿GEHÖRBLÄSCHEN BEI PTEROTRACHEIDAE.
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anhaltende Erscheinungen aber anderer Art sind. Diese Symptome sind beständig. Sie verschwinden nicht nur nicht, sondern werden nicht einmal schwächer, während zu derselben Zeit die Wunde heilt, die Tiere selbst vollkommen her-gestellt werden, fressen, die abgeschnittenen Teile ihres Körpers wechseln und wiederherstellen. Andererseits bleiben einseitige Operationen in den meisten Fällen fast ganz ohne Effekt; wie ja aber bekannt ist, dürfen starke Erregungen der ( )rgane nicht doppelseitige sein, um die wichtigen Symptome aufzuweisen: z. B. Menière’s Krankheit. Ives Delage lässt daher zu, dass die Erscheinungen von Bewegungsstörungen durch die Funktionszerstörung der Otolithen hervorgerufen werden. Alle Experimente führen zu der Folgerung, dass die Otocisten nicht nur Gehörorgane sind, sondern auch eine grosse Rolle bei der Orienti-rung in den Bewegungen spielen. Es wird doch niemandem, sagt er. einfallen zu behaupten, dass die Tiere solche Bewegungsstörungen nur deshalb aufweisen. weil sie taub geworden sind.
Auf Grund seiner Experimente kommt Ives Delage zu folgenden Schlüssen:
11 Die Zerstörung der Otocisten ruft den Verlust des OrientirungsVermögens in den Bewegungen bei allen der Operation unterworfenen Tieren hervor.
2)	Dieses Resultat wird durch die Zerstörung der Funktion des Organs bewirkt und nicht durch die Erregung des Organs oder des durchschnittenen Nerven.
3)	Die Vernichtung der Gesichts- und taktilen Empfindungen ruft Erscheinungen solcher Art nicht hervor.
4)	Die Sehkraft und das Fühlvermögen können in gewissem Maasse die vernichteten Otocisten ersetzen, doch ist es häufiger nur möglich dank dem Beisein dieser beiden Sinne die Bewegungsstörungen zu schwächen.
5)	Die Otocisten spielen, neben ihrer Gehörsfunktion, die Rolle von Bewegungsregulatoren, indem sie. wahrscheinlich durch den Reflex, verbessernde Muskelnbewegungen verursachen, die den Körper auf dem erwünschten V ege und in normaler Lage während der ganzen Zeit der Bewegung erhalten.
6)	Man kann zulassen, dass diese Organe in die cerebralen Ganglien Empfindungen versenden, die dem Tiere das passive oder aktive Drehen, das sein Körper vollführt, kund thun.
7 ) 1 fiese Empfindungen können, ebenso wie die Reflexakte, durch mechanische Arbeit hervorgerufen sein, die im Verlauf der Bewegung durch die Flüssigkeit oder die Otolithe auf die Nervenenden der Wandung ausgeführt wird.
Im Jahre 1891 veröffentlichte Max Verworn O seine Experimente an den Ctenophora. Bei diesen Tieren vernichtete er das Gehörbläschen und beobachtete die Bewegungsstörungen, die nach der Entfernung auftraten. Tiere, denen das Bläschen entfernt war. verloren auf lange Zeit die Fähigkeit ihre gewöhnliche Lage anzunehmen. M. Verworn's Experimente dienen als neuer Beweis zu Gunsten der Annahmen von Ives Delage, dass das Gehörbläschen das Gleichgewichtsorgan ist.
*) M. Yenvorn. Gleichgewicht- und Otolithenorgan. Experimentelle Untersuchungen. Müger’s Archiv für die gesammte Uhvsiologie. Ac. Bd. 50. S. 423— 472. 1891.