﻿GEHÖRBLÄSCHEN BEI PTEROTEACHEIDAE,
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scheinungen auf, wie beim Stossen an den Holztisch oder an das Objekttischchen des Mikroscops. Offenbar erreichen die aus der Luft kommenden Tonwellen das Gehörbläschen nicht: letzteres nimmt nur solche Wellen auf, die bei Stös-sen oder Tönen, welche ein Beben hervorrufen, erzielt werden. In unserem Falle geschah dies beim Schlagen auf den Tisch oder auf das Objekttischchen des Mikroscops. Mit anderen Worten gesagt, nimmt das Tier den Ton nicht als Gehör-, sondern als Gefühlsempfindungen auf. Geben wir z. B. zu, dass das Bläschen eine Gehörfunktion besitzt, wozu existirt in demselben der Otolith? Schreibt man ihm die Eigenschaft des Dämpfens zu, indem er nach jedem Tone vermittelst der Härchen sich an das Hörfleckchen drängt, so muss man wieder die Frage stellen: weshalb heben sich die Härchen aber nicht nach jedem Schlage; es scheint ganz, als wenn sie ermüden, da sie auf die ohne Anhalt aufeinanderfolgenden Schläge eine Zeit lang nicht reagiren. Ausserdem befinden sich die Wimpern, wie wir sahen, in fortwährender Bewegung, und von Zeit zu Zeit erheben sie sich und drängen sich an den Otolithen. Wenn im Bläschen immerwährende, manchmal von Bewegungen des Otolithen begleitete Schwankungen vor sich gehen, so ist es sogar schwer ein genügendes Funktionieren des Bläschens als Gehörorgan zu erwarten, da in demselben unabhängig vom Gehörakt Erscheinungen solcher Art Vorkommen, wie sie nur beim Aufnehmen eines Tones sein dürften.
Stellen wir einen Vergleich mit den Gehörorganen der Tiere höherer Gattung an. so sehen wir, dass im vollkommensten Gehörapparat, der Schnecke, sich keine Otolithen befinden. Endlich liegen die Bläschen selbst, tief im Körper des Tieres in einer gallertartigen Masse, die zum Tonaufnehmen im höchsten Grade ungeeignet ist und mit dem Aussenraum in keiner Verbindung stellt.
Wenn jedes einzelne Härchen nach einem bestimmten Tone gestimmt ist, in der Art wie. Hensen’s Meinung nach, bei den Decapoda die Hörwimpern nach einem gewissen Tone gestimmt sind, so fragt es sich welche Töne die Tiere eigentlich im Wasser aufnehmen könnten? Die Tiefe selbst, wie auch ihre Bewohner, sind stumm, es ist dort von Tönen keine Spur, nichts ist zu hören, die Töne aus der Luft aber sind für die Meerbewohner ganz unnötig. Es bleibt also nur eine einzige Zulassung, dass das Otolithenorgan speciell bei den Pterotracheidae, wie bei den Wirbellosen überhaupt, ein für die Ori-entirung und ein progressives Bewegen im Raume bestimmtes Organ ist.
Folgerungen.
1.	Die sogenannten < Gehörbläschen bei den Heteropoda sind kein Gehörorgan. sondern ein Gleichgewichtsorgan.
2.	Die Entfernung nur eines Bläschens erzeugt keine Störungen in den Bewegungen, das verbleibende Bläschen kann das entfernte ersetzen.