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oEHÖ RB LASCHEN BEI PTEROTRACHEIDAE.
Im Februar und März des Jahres 1899 ward ich von der Klinik der Frau J. Basanowa für Ohren-Nasen- und Halskrankheiten an der Moskauer Universität in Russland auf die zoologische Meeresstation in Villefranclie (Alpes Maritimes) commandirt, und gelang es mir deselbst, dank der liebenswürdigen Beihilfe des Directors der Station Prof. A. A. Korotneff und des Stationsleiters Herrn M. M. Davidoff, eine Reihe Beobachtungen an der Familie der Pterotracheidae hinsichtlich ihrer statischen und Gehörfunktion anzustellen. Die Familie der Pterotracheidae bestellt aus zwei Arten: Carinaria me-diterranea Lam. und Pterotrachea (mutica, coronata etc.) Sie gehören zum VI Tierkreise—den Mollusca ('Weichtiere1, zur IV Chasse—den Gastropoda (Bauchfüssler), 111 Ordnung der Heteropoda (Kielfuessler). Sie halten sich im Mittelländischen Meere auf, wo man sie gewöhnlich zwischen October und Mai, hauptsächlich im Februar und März antrifft. Im Sommer sind sie gar nicht zu erblicken, weil sie sich in tiefere, kalte Wasserschichten versenken.
Heteropoda ‘)—3-te Ordung—Pelagische Gastropoden mit flossenähnlichem Fuss, grossem, schnauzenförmig vortretendem Kopfe und hochentwickelten beweglichen Augen; getrennten Geschlechts.
Der Körper der Heteropoden ist meist gestreckt cylindrisch und verlängert sich in einen rüsselförmig vorragenden Kopf. Die Haupteigentümlichkeit des Leibes beruht auf der Bildung des Fusses, dessen Vorder- und Mittelteil zu einer blattförmigen und oft einen Saugnapf tragenden Flosse umgestaltet ist. während der hintere Abschnitt eine bedeutende Strekung erhält und weit nach hinten gerückt die schwanzartige Fortsetzung des Rumpfes zu bilden scheint.
An und für sich ist der Rumpf oder der Eingeweidesack kleiner als die übrigen Teile des Körpers; er bildet ein an der Grenze des hinteren Fusses vortretendes Knäuel, das vom Mantel, von einer hutförmigen Schale (Carinaria) bedeckt wird; bei den Pterotrachea ist er im Verhältnis zum Fuss und den übrigen Teilen des Körpers sehr klein und ist von einer metallglänzenden Haut überzogen, während er der Schale vollkommen entbehrt. Das Nervensystem erlangt die höchste Entwickelung unter den Gastropoden überhaupt und bildet den cerebralen, pedalen und Schlundknoten. Die zwei grossen Augen liegen neben den Fühlern in besonderen Kapseln, in denen sie durch Muskeln bewegt werden. Die grosse Gehörblase empfängt vom Gehirn einen langen Hörnerven und ist nicht nur durch die merkwürdigen Schwingungen der langen Wimperbüschel ihres Epithels, sondern auch durch das Verhalten der Nervenzellen (Haarzellkreise der Macula acustica im Umkreis einer grossen Centralzelle) ausgezeichnet, Die Heteropoden sind durchwegs pelagische Tiere, die oft scharenweise in den wärmeren Meeren auftreten. Ihr Körper ist häufig durchsichtig, sonst auch milchfarben. Sie erreichen zuweilen die Länge von 20 und mehr ctm. Sie bewegen sich ziemlich schwerfällig, mit nach oben gekehrter Bauchfläche durch Hin- und Herschlagen des gesammten Körpers und der Flosse: alle ernähren sich vom Raube ').
*) C. Claus. Lehrbuch der Zoologie. 1885.
î) Ausführliche Beschreibung siehe: C. Cegenbaur, Untersuchungen über Bteropoden und He-teropoden. Leipzig 1855.