﻿GEHÖKBLÄSCHEN BEI PTEROTRACHEIDAE.
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Effekt. Vielleicht hängen diese Störungen von den traumatischen Beschädigungen, von der Reizung des Nerven oder des Centralganglion beim Entfernen der Blase ab? Setzen wir dies voraus, so müssen wir auch zugeben, das bei dem Trauma, welches durch Entfernung der Augen verursacht wird, dieselben Bewegungsstörungen eintreten müssen, denn hierbei ist man gezwungen das Auge von dem ziemlich dicken Sehnerv abzureissen; in Wirklichkeit ist dies nicht der Fall: die der Augen beraubten Tiere unterscheiden sich, wie wir schon gesehen haben, in ihren Bewegungen durch gar nichts von den gesunden Tieren. Ich beschädigte das Tier dann künstlich, indem ich die Körpermasse wie vor, so auch hinter den Bläschen durchstach —keine Bewegungsstörungen traten hervor. Wir haben ausserdem gesehen, dass durch die Entfernung nur einer Blase keine Störungen hervorgerufen werden; das Tier bewegt sich normal, woraus man ersieht, dass die Funktion zweier Bläschen durch die Funktion nur eines derselben ersetzt werden kann. Man braucht jedoch nur das übriggebliebene Bläschen zu vernichten, was ich auch mehrere Male gethan, und die oben angegebenen Bewegungsstörungen lassen nicht lange auf sich warten. Ausser der Entfernung der Gehörblasen nahm ich auch das Durchschneiden der Stränge, die von den Ganglien zu den Blasen führen, vor. wie auch die Zerstörung des Ganglion selbst. Der Durchschnitt der Gänge nur auf einer Seite —erzeugt gar keine Bewegungsstörungen, wogegen nach dem Durchschneiden derselben auf beiden Seiten man dieselben Störungen bemerkt wie beim Entfernen beider Bläschen.
Durch die Vernichtung des Cerebralganglion (Zerquetschung mit Pincet-ten) verliert das Tier die Fähigkeit beim Schwimmen die Lage mit nach oben gerichteter Flosse anzunehmen, von Drehbewegungen ist keine Spur. Das Vernichten des Ganglion pedale (Zerquetschung mit Pincetten) rief eine totale Lähmung der Bewegungen hervor. Das aus der Hand gelassene Tier sank langsam zu Boden, wo es auch regungslos, mit der Flosse nach unten, liegen blieb, ohne auf irgend welche Stösse zu reagieren. In dieser Lage blieb es auch den nächsten Tag, und nur die Zuckungen des Herzens zeigten an, dass noch Leben in dem Geschöpfe ist. Der Versuch die Anästhesie der Bläschen durch eine schwache Cocainlösung hervorzurufen, wurde von keinem Erfolge gekrönt:—eine isolirte Anästhesie der Bläschen zu bekommen gelang mir nicht, da die Injektionstlüssigkeit sich ganz in den Geweben ergoss, das Cerebralganglion erreichte, ja sogar bis zum Ganglion pedale ging.
Ein Centrifugieren der Tiere in einem Kreise von G5—TOctm., bei einer Schnelligkeit von 55 - 60 Kreisen in der Minute, rief keinerlei Bewegungsstörungen hervor. Auf Grund der angeführten Versuche an den Pterotracheidae kann man mit Bestimmtheit behaupten, dass das Gehörbläschen bei diesen Tieren ein statisches Organ bildet, das die Bewegungen des Tieres regulirt und ihm seine normale Lage beizubehalten hilft. Hierbei bietet die Frage Interesse, ob das Bläschen die Funktion, infolge derer es das « Gehörbläschen > genannt wird, ausübt? loh. Ranke folgerte aus seinen Experimenten an den Pterotracheae 1), dass die Bläschen bei Letzteren wirklich das Gehörorgan
') loh. Ranke, Der Gehörvorgang u. d. Gehörorgan bei Pterotrachea, Zeitschi’, für vissentsch. Zoologie Bd. 25. Supplementheft, p. 77—102.