﻿MESSUNG DER SCHWANKUNGEN DES BLUTDRUCKES.
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viele Klappen befanden, so wurden die Athemschwankungen fast gar nicht bemerkbar.
Die Faradisation des peripherischen Abschnittes des nervus lingualis wurde zwar bei dieser Methode der Messung der Schwankungen des Blutdruckes von Erhöhung der venösen Curve begleitet, aber doch nur von sehr geringer (Siehe die Curve Versuch .V 4, I. Tafel 2). Die geringe Steigung in der venösen Curve, die zufällig mit der Aufhebung der Faradisation des Nerven zusammentrifft, wurde von den Muskelbewegungen des Hundes verursacht.
Unvergleichlich stärker zeigte sich das Resultat des Einflusses der Reizung der gefässerweiternden Nerven auf den Blutdruck in den A enenwurzeln.
Um die Schwankungen des Blutdruckes in den feinsten Gefässen zu beobachten, ich in demselben Versuche Ai 4 den Stamm der Zungenvene habe unterband, entfernte aus der Zungenvene die T — ähnliche Canüle und führte in das peripherische Ende einer Zungenvenenwurzel (die Wurzel wurde vor-läufig auch ligirt) eine einfache Canüle ein (vergleiche die Abbildung «N° I, Tafel 1) verband und letztere mit einem Manometer.
Wenn man den Blutdruck nahe den Capillaren bestimmte, so wurden in der venösen Curve weder Puls- noch Athemschwankungen bemerkbar, und die Feder des Kymographen zeichnete eine ganz gerade Linie (wie man es an der angeführten Curve Versuch Ai 4 II, Tafel 2 sehen kann). Aber gleich nachdem man den peripherischen Abschnitt des durcligeschnittenen Zungennerven zu faradisiren anfing, fing auch der Blutdruck in der Vene stark an zu steigen, und nach fünfzehn Secunden wurde er fünfmal höher als vor dem Anfänge der Faradisirung; dabei wurden in der venösen Curve wie die Puisse auch die Athemschwankungen stark bemerkbar. Nachdem man den Nerv zu faradisiren aufgehört hatte, ting der Blutdruck in den feinsten Venen sehr allmählig an zu sinken und fiel blos nach mehreren Minuten bis zu seinem ehemaligen Standpunkte herab.
Im angeführten Versuche wurde vor der Entfernung der T- ähnlichen Canüle. um die Blutung zu verhüten, die Zungenvene ligirt; deshalb hätte man denken können, dass ein so starkes Steigen in den Wurzeln der Zungenvene durch das Hinderniss des Abflusses des Blutes in den Venen venir sacht wurde. Aber ein ganz eben so starkes Steigen des Blutdruckes in den Wurzeln der Zungenvene bemerkte man bei der Faradisirung des peripherischen Abschnittes des Zungennerven auch in den Versuchen, in welchen der Hauptstamm der vena lingualis nicht ligirt worden war und in welchen demzufolge der Abfluss des Blutes in derselben unbehindert war.
Auch in andern Gebieten des Organismus giebt die von mir gebrauchte Methode der Messung der Schwankungen des Blutdruckes, die von der Thä-tigkeit der Vasomotoren verursacht sind, viel bessere Resultate, als die gewöhnliche Methode der Bestimmung des lateralen Druckes in den Gefässen.
So wurden in dem Versuche A° 5 in die arteria femoralis und in die entsprechende Vene eines narcotisirten und curaresirten Hundes zwei gewöhnliche T— ähnliche Canülen eingeführt; die Arterie wurde mit einem Quecksilbermanometer und die Vene mit einem mit Magnesiumsulfat-Lösung gefüllten Manometer verbunden.