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MESSUNG DER SCHWANKUNGEN DES BLUTDRUCKES.
Die Faradisation der Vasodilatatoren des nervns iscliiadicus wurde nach der Methode des Professors Ostroumoff7) zwei Tage nach der Durchschneidung des Nerven vollführt, also in einer Zeit, wo die gefässverengenden Nerven auf die Reizung mit dem inductiven Strome zu reagiren aufgehört hatten (der Nerv wurde am 16-ten März 1895 durchgeschnitten, und am 18-ten März bestimmte ich den Eintiuss der gefässerweiternden Nerven auf den ]»lutdruck).
Die Faradisation der Vasodilatatoren (wie man es an der angeführten kymographischen Curve, Versuch ,V 5 Tafel 2 sehen kann) wurde von kaum bemerkbarer Senkung des Blutdruckes in der Arterie und eben so unbedeutender Steigung in der Vene begleitet.
Ein ganz anderes Resultat erhielt ich, als ich den Einfluss der gefässerweiternden Nerven auf die Schwankungen des Blutdruckes in den feinsten Ge-fässen der Pfote bestimmte; als Beweis dessen kann die kymographische Curve, die ich während des Versuches ,V 6 erhielt, dienen. Das Experiment wurde folgendermassen angestellt: bei einem euraresirten Hunde, bei welchem drei Tage vor dem Versuche der rechte Nervus iscliiadicus durchgeschnitten worden war, wurden auf der rechten Hinterpfote die arteria tibialis antica und eine von den Wurzeln der vena saphena minor präparirt und ligirt.
In die peripherischen Enden beider ligirten Gelasse wurden zwei einfache Canülen eingeführt und jede mit einem Quecksilbermanometer verbunden. Gleich nachdem ich den peripherischen Abschnitt des nervus iscliiadicus mit dem inductivem Strome zu reizen anting, fiel (wie man es aus der kymographischen Curve. Versuch .V 6. Tafel 2 sehen kann) der Blutdruck in der Arterie beträchtlich herab und stieg sehr merkbar in der Vene, wobei in der letzteren die Puls- und die Athemschwankungen sichtbar wurden.
Als ich den Nerv zu faradisiren aufgehört hatte, fing der Blutdruck in der Arterie allmählig an zu steigen und in der Vene zu fallen.
Man muss bei der Vergleichung der Curven der Versuche V 5 und ß nicht vergessen, dass die Vene in dem Experimente .V 5 mit einem Manometer, der mit Magnesiumsulfat- Lösung gefüllt war, und in dem \ ersuche ,V 6 mit einem Quecksilbermanometer verbunden war, und demungeachtet war das Steigen des Blutdruckes in der Vene in dem letzten Falle viel sichtbarer als in dem ersten.
Tn welchem Grade die von mir gebrauchte Methode der Messung der Schwankungen des Blutdruckes empfindlich ist, und wie man sie geeignet zur Erforschung der Physiologie der Vasomotoren an wenden kann, zeigt der Versuch X: 7, der so anschaulich die Meinuug von Goltz, Masius und \ aidaire (nach welcher die Durchschneidung der gefässerweiternden Nerven schon an sich selbst als eine wenn auch einstweilige, aber dafür starke, mechanische Reizung der Nerven wirkt) bestätigt.
Das Experiment wurde folgendermaassen angestellt: bei einem narcoti-sirten Hunde wurden alle beide Zungenarterien ligirt, und in das peripherische Ende der rechten arteria lingualis wurde eine einfache Canüle eingeliihrt und mit einem Quecksilber- Manometer verbunden.
Die Durchschneidung des nervus lingualis (wie man es an der angegebenen Curve, Versuch «V 7. I, Tafel 2 wahrnehmen kann) winde vn einem