﻿DIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT.
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Bei der mittleren, ruhenden, Stellung des Pendels kann der Apparat zum gewöhnlichen Photographiren ruhender Gegenstände dienen; um aber getrennte Bilder in Bewegung befindlicher Gegenstände zu erhalten, bringt man vor dem Objektiv eine mit Oeffnungen versehene Scheibe an, die durch einen Elektromotor in rotirende Bewegung gesetzt wird.
b. ln einem andern Fall, wenn eine Lichtquelle photographirt werden soll, deren Intensität mehr oder weniger wechselt, genügt eine einfache, zwischen die Lichtquelle und den Apparat gebrachte Linse, um auf der photographischen Platte ein kleines aber scharfes Bild der Lichtquelle zu erhalten. Es verstecht sich von selbst, dass in diesem Falle der Balg durch die Platte mit der engen vertikalen Spalte, welche man in die quadratische Oeffnung des Gehäuses einsetzt, ersetzt wird; dabei wird der Apparat in das Dunkelzimmer gebracht und die Lichtquelle während der Einstellung der Platte in den Apparat durch eine rote Glaslaterne verdeckt. Da das erhaltene Bild klein ist, so können auf einer und derselben Platte mehrere Kurven erhalten werden, wobei man die au der Pendelstange befestigte Platte längs derselben verrücken muss, indem man zugleich auch das Wirkungsfeld durch eine entsprechende Weite der Spalte begrenzt.
Auf diese Weise haben wir Photogramme von Flammen erhalten, die durch elektrische Entladungen hin und her bewegt wurden, und Dr. A. Samojloh solche von Flammen, auf welche Tonwellen ein wirkten.
B. Aufnahme von Chronophotographien mit Hilfe von punktförmigen (Jeff-uungen. Die vordere quadratische Oeffnung wird durch die Metallplatte verdekt, die mit der engen lotrechten Spalte versehen ist, vor welcher man aut einem besonderen Stativ eine Platte aus Pappe oder Metall befestigt, die entweder eine punktförmige Oeffnung oder eine enge horizontale Spalte besitzt. Es können hier zwei Fälle Vorkommen.
a. Um die Zeitdauer irgend eines Lichtphänomens zu bestimmen, bedienten wir uns eines kleinen leichten Schirms mit einer punktförmigen Oeffnung oder einer eugen horizontalen Spalte, wobei dieser Schirm an der einen Zinke einer Stimmgabel (100—500 Schwingungen in 1 Sekunde) oder an dem Hebel eines Deprez'sehen Chronographen befestigt war.
Begreiflich kann in diesem Falle der Schirm mit der punktförmigen Oeffnung oder mit der Spalte leicht durch eine gewöhnliche Schreibspitze des Deprez'schen Chronographen oder durch ein dünnes an einer Zinke der Stimmgabel befestigtes Stäbchen ersetzt werden, doch mit dem Unterschiede, dass wir in einem Falle auf weissem Grunde schwarze Kurven, im andern auf schwarzem Grunde weisse, doch nicht so scharf gezeichnete Kurven wie in jenem, haben werden.
In einigen Fällen erscheint uns sehr zweckmässig eine Verfahrungsweise, die bei uns im Institut zum ersten Mal von Dr. A. Samojloff angewandt wurde: die von zwei an den Enden beider Zinken einer Stimmgabel befestigten Platten gebildete Spalte wird unter der Einwirkung der Schwingungen jener, bald grösser, bald kleiner, bis zu völligem Verschwinden.
h. Um die Perioden intermittirender Lichterscheinungen, folglich auch deren Zeitdauer zu registriren, stellt man gegenüber der gewöhnlichen Spalte des