﻿DIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT
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Fig. 9 ersichtlich ist, entspricht einem jeden Centimeter des Bogens 0,01", da 10 mittlere Wellen sich von einander so wenig unterscheiden, dass der Unterschied nicht nur nicht mit dem Auge, sondern auch mit Hilfe des Zirkels nicht zu entdecken ist, wovon man sich leicht überzeugen kann, wenn man auf Fig. 9, wie auch auf Fig. 6 (S. 55) die mittels des Deprez‘sehen Zeitvermer-kers auf der berussten Oberfläche des Verschlusses verzeichneten mittleren Wellen ausmisst.
Nachdem man in die Vorder- und in die Hinterwand des Gehäuses die Spalten von 1 Ctm. Breite und 10 Ctm. Länge einander gegenübergestellt hat, in einer Höhe mit dem oberen und unteren Rande der Verschlussöffnung, lassen wir bei dem Hin- und Herschwingen des Pendels das Licht durch die Spalten dem oberen Strich entsprechend 0,1" lang, dem zweiten entsprechend —0,09", dem dritten—0,08" u. s. w. und dem letzten—nur 0,01" lang gehen.
2. Die hölzerne Kassette, welche die photographische Platte enthält, besteht erstens aus einem Grundbrett, das sich fest an die Hinterwand des Apparats fügt und dieselben Dimensionen wie der obere Teil des letzteren besitzt. Dieses Grundbrett der Kassette hat auch eine vertikale 1 Ctm. breite und 10 Ctm. lange Spalte, die den oben beschriebenen Spalten in der Vorder- und Hinterwand gegenübergestellt wird, auch ist an der Spalte der Kassette ein Schieber angebracht, der ihr als Verschluss dient. Die freie Aussenseite der Grundbretts ist mit Falzen versehen, in welche sich die Kassette hineinschieben lässt, die eine Platte von 13 X 18 Ctm. enthält, wobei die längere Seite der Kassette die horizontale Lage einnimmt. Die nach dem Grundbrette zu offene Kassette kann längs des Grundbretts hin- und hergeschoben werden, sodass alle Teile der negativen Platte vor die Spalte des Grundbretts zu stehen kommen. Damit das Licht auf die Platte in einer gewissen Reihenfolge wirke, ist der Rand des Grundbretts durch Striche in centimetergrosse Teile geteilt, während die Kassette ein Merkzeichen trägt, infolge dessen man die Möglichkeit hat die Kassette regelmässig vorwärts zu schieben und auf jeder Platte 10 nacheinander folgende Bilder in Abständen von je 0.5 Ctm. zu erhalten, wobei deren Länge der ganzen Breite der Platte gleichkommt.
Um die Platten zu prüfen, bringt man die Kassette sammt dem Grundbrette in das Dunkelzimmer, lädt dieselbe und setzt sie dann wieder in den Apparat ein, doch so, dass die erste Teilung des Grundbretts mit dem Merkzeichen an der Kassette Zusammenfalle. Darauf wird der Pendel in eine seiner äussersten Lagen gebracht, wobei der Rand des Pendelverschlusses zwischen die Spalten zu stehen kommen und dem Lichte den Zugang zu der hinteren Spalte verwehren wird. Nachdem man den Schieber von der Grundbrettspalte der Kassette entfernt hat, lässt man den Pendel frei, der beim Schwingen, durch seine Oeffnung und die lotrechten Spalten des Apparats dem Lichte zu der photographischen Platte auf einen Flächenraum von 1 Ctm. Breite und 10 Ctm. Länge Zutritt gestattet. Nach dem Entwickeln wird man auf der Platte einen 10 Ctm. langen Streifen mit 10 dunklen Querstreifen haben, die sich durch immer zunehmende Helligkeit, je noch der mehr oder minder starken Einwirkung des Lichts, scharf von einander unterscheiden. Die Kassette auf die nächste Teilung rückend, erhalten wir bei dem zweiten Durch-