﻿GRAPHISCHE PARSfELLUNG PER VOKALE.
es
den Vorzug verdienen, da sie keinen ausgesprochenen Eigenton besitzen. Es ist bekannt, dass E d i s o n bei der Konstruktion seines Phonographen von Anfang an eine Seidenmembran angewandt liât. Der Nachtheil dieser biegsamen Membranen besteht nur darin, dass man sie nicht sicher genug, behufs Uebertragung der Schwingungen, mit einem Spiegel resp. mit einem Hebel verbinden kann. Spannt man sie, um ihnen einen festen Halt zu geben, sehr stark, so verlieren sie ihre Vorzüge und werden ebenso unbrauchbar wie gespannte Gummimembranen. Der Kork vereinigt gewissermassen die hier in Betracht kommenden Eigenschaften der starren und leicht biegsamen, keinen ausgesprochenen Eigenton besitzenden Membranen. Dass eine Korkmembran in der That sich besser eignet zur getreuen Uebertragung von Schallschwingungen, geht schon aus Folgendem hervor.
H e r m a n n ') bemerkte, dass dünne, grosse, leicht ansprechende Membranen auf verschiedene Vokale mit den gleichen Sinuskurven antworten, wenn sie nicht sorgfältig gedämpft sind. Dass solche Membranen schlecht funktioni-ren, kann man auch daraus schliessen, dass sie beim Besingen ein Schwirren und Schlottern hören lassen. Von der Richtigkeit dieser Bemerkung kann man sich leicht überzeugen. Ein besonders starkes Schlottern mit einem sehr intensiven klirrenden Geräusch geben Glasmembranen. Befestigt man dagegen eine Korkmembran von ziemlich grosser Oberfläche, z. B. ein kreisrundes Stück von 5 cm im Durchmesser, so ist eine solche Membran durch Besingen ausserordentlich leicht in Schwingungen zu versetzen, ohne dass man hierbei das geringste Schwirren wahrnimmt. Verbindet man dieselbe Membran, ohne dieselbe zu dämpfen, oder sogar unter möglichster Vermeidung irgend einer Dämpfung, mit einem Spiegelchen, so kann man sich leicht überzeugen, dass sie für verschiedene Vokale verschiedene Kurven liefert, allerdings ohne Hervortreten der hohen Töne der Vokale E und /; eine Glasmembran schwingt unter denselben Bedingungen blos in Sinuskurven. Ich zog deshalb die Korkmembranen vor und bediente mich ausschliesslich derselben. Ich benutzte diejenige Korkmasse, die aus gepresstem Korkpulver besteht und im Handel unter dem Namen Suberit bekannt ist; man bekommt sie fertig in Plattenform von verschiedener Grösse und Dicke. Meine Membranen. 1 mm dick, wurden immer in eine Fassung, bestehend aus zwei 2 cm breiten Ringen, mit Filzunterlage eingeklemmt; der den Luftschwingungen ausgesetzte Theil der Membran hatte im Durchmesser 3 cm.; ist die Membran noch kleiner und wird sie ausserdem noch gedämpft, so verliert sie sehr an Empfindlichkeit; man muss dann beim Besingen die Sprachorgane anstrengen, was ich durchaus vermeiden wollte, deshalb blieb ich bei der angegebenen Grösse stehen.
Die Befestigung des Spiegelchens und die Art der Verbindung desselben mit der Membran sind von grosser Bedeutung. Sämmtliche Tlieile des ganzen Systems müssen leicht sein, ausserdem muss ihre Beweglichkeit durch Einführung von Widerständen gehemmt werden. H e r m a n n hat diese Aufgabe in der Weise gelöst, dass er an die Mitte der Membran senkrecht zu derselben ein kleines Holzstäbchen anklebte; dieses Holzstäbchen war verbunden mit einem
*) P fl tiger’s Archiv Bd. 47 S. 3-Ui.