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LT. B EK LEN EINFLUSS DER ELEKTRISCHEN STROME.
werden kann, nach welchen die Menge der fortgeführten Flüssigkeit von der Dicke il der Thondiaphragmen, das heisst von der Länge der Capillaren, nicht abhänngt.
Nun wende icli mich wieder meinen eigenen Versuchen zu. Die Bedingungen, unter denen sie angestellt wurden, lassen natürlicherweise die Vermutung auf kommen, dass während des Durchgangs des elektrischen Stromes durch das Blatt, die soeben betrachtete Arbeitsform des Stromes vor sich gehen könnte. In der That hatten wir dort in unmittelbarer Berührung mit einander feuchte Elektroden und die Oberfläche des Hauptnerven, welche die Eigenschaft besitzt, gut benetzt zu werden, vor uns. Folglich kann unter dem Einflüsse des Stromes Fortführung des Wassers aus dem feuchten Elektroden in das Blatthäutchen stattfinden, was seinerseits zur Verminderung des Widerstandes der darunterliegenden Strecke des Blattes herbeiführen kann. Diese Erklärung wird an Wahrscheinlichkeit gewinnen, wenn es uns gelingt die Resultate meiner Versuche mit den physikalischen Gesetzen von der Fortführung der Flüssigkeiten in Uebereinstimmung zu bringen.
Wenden wir uns einem Vergleich zu. Derselbe zeigt deutlich, dass zwei Reihen von Erscheinungen—die Fortführung einer Flüssigkeit durch poröse Diaphragmen und die Verminderung des Widerstandes der Blattgewebe—in ihrer Funktion von der Stromdichte mit einander garnicht übereinstimmen. Während die Grösse der Oberfläche des porösen Diaphragma gar keine Bedeutung für die Menge der durchfliessenden Flüssigkeit hat, ist die Grösse der Verminderung des Widerstandes der Blattgewebe, im Gegenteil, in offenbarer Abhängigkeit von der Grösse der Berührungsfläche der Thonelektroden.
Was die Abhängigkeit beider bezeichneter Erscheinungen von der zweiten elektrischen Grösse — E anbetrifft, so beobachten wir zwar eine Aehnlich-keit, aber keine vollständige. Während wir in Wiedemann’s und Quincke's Versuchen Proportionalität zwischen der Menge der übergeführten Flüssigkeit und der Grösse der elektromotorisclnn Kräfte sehen, vermissen wir eine solche Proportionalität in den Versuchen mit dem Blatte; alles, was wir sagen können, wird sich nur auf die Beobachtung beschränken, dass der "Widerstand der Pflanzengewebe mit dem Anwachsen der elektromotorischen Kräfte der Batterie geringer wird, indem er dabei einem andern Gesetze als demjenigen der geraden Linie folgt.
Folglich, wenn wir die Verminderung des Widerstandes der Gewebe des Blattes durch den Eintritt in dasselbe von Wasser aus den feuchten Elektroden unter dem Einflüsse des elektrischen Stromes erklären wollen, so müssen wir zuerst den scheinbaren Widerspruch der von mir erhaltenen Resultate mit denjenigen, die wir auf Grund physikalischer Forderungen von der Ueber-führung von Flüssigkeiten zu erwarten berechtigt wären, beseitigen.
Wie lässt sich nun der Widerspruch dieser beiden Erscheinungen erklären? Um das zu verdeutlichen, wollen wir uns zuerst bei ihrer Abhängigkeit von den elektromotorischen Kräften der angewandten Batterien aufhalten.— Das Wesentlichste, was hier unsere Aufmerksamkeit auf sich lenkt, ist der Unterschied in der Natur der von uns untersuchten Grössen: in Wiedemann's