﻿92
U EBE R P EX EINFLUSS PER ELEKTRISCHEN STRÖME.
IL
Abhängigkeit der Veränderungen der Widerstandsgrössen der Pflanzengewebe von der Dichtigkeit des sie durchfliessenden galvanischen Stromes.
Aus den Protokollen II—XIII erfahren wir, dass die Grösse der Veränderungen des Widerstands der Blattgewebe als Resultat des Einflusses des äusseren Stromes mit der Intensität dieses letzteren zunimmt. Dabei wurde vorausgesetzt. dass alle übrigen Versuchsbedingungen dieselben waren. Beobachtungen zeigen, dass bei der Anwendung von Strömen gleicher Intensität die Resultate sich scharf von einander unterscheiden können. Offenbar weist dieser Umstand darauf hin, dass in dem geschlossenen Kreise solche Bedingungen vorhanden sein können, deren Veränderungen bei den Versuchen an verschiedenen Blättern sehr merklich auf das Resultat des Einflusses von Strömen gleicher Intensität einwirken. Wenn diese Bedingungen nicht schon früher studirt worden wären, so würde es kaum möglich gewesen sein die befriedigenden Resultate zu erhalten, welche in den oben angeführten Protokollen mitgeteilt sind. Unter diesen Bedingungen nimmt die Grösse der Berührungsflächen der Thonspitzen der Elektroden mit dem Blatte die erste Stelle ein. A on der Grösse dieser Flächen wird, wie bekannt, bei einer und derselben Stromintensität die Dichtigkeit des Stromes bedingt.
Um die Abhängigkeit der Veränderungen des Widerstands der Blattgewebe von der Dichtigkeit des durch dieselben geleiteten Stroms festzustellen, führte ich eine Reihe diesbezüglicher Versuche aus. Dieselben sind in zwei Serien geteilt.
Erste Serie. In dieser Serie sind alle die Versuche gruppirt. bei denen die Stromintensität eine constante Grösse blieb. Wenn in zwei analogen Versuchen die Stromintensitäten gleich sind, die Berührungsflächen der Elektroden aber ungleich, so ist es klar, dass der Unterschied in dem Resultat der Einwirkung des Stroms in diesen beiden Versuchen von dem Unterschiede in der Grösse der Berührungsflächen der Elektroden mit dem Blatte der Pflanze abhängt.
Da in einem dieser Fälle (bei der Anwendung kleiner Flächen der Elektroden) der gesammte Widerstand des Kreises grösser sein wird als in dem andern (bei grösseren Flächen der Elektroden), so ist es klar, dass in dem ersten Falle die elektromotorische Kraft der Batterie verhältnissmässig ver-grössert werden muss, damit in beiden Fällen die Stromintensität gleich sei.
In den weiter unten gegebenen Protokollen, JYxiV (XIV—XXI), befinden sich die Zahlenangaben des Leitungswiderstands des Blattes vor Einwirkung des Stroms (die erste horizontale Reihe ist auf 0 bezogen) sowie nach dessen Einwirkung—zuerst unmittelbar (U). dann nach 5, 10, 20, 30, 40, 50 und 60 Min. Die Stromrichtung war in allen hierher gehörigen Fällen von a nach b. Die Entfernung der Elektroden von einander war 10 Mm.