﻿L'EBER DEN EINFLUSS DER ELEKTRISCHEN STRÖMR.
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und Dichtigkeit ausgesetzt gewesen war, so boten doch die seitens derselben in dieser Strecke bervorgerufenen Veränderungen in dem Leitungswiderstande bedeutende Schwankungen. Diese Schwankungen treten um so schärfer hervor, je grösser die elektromotorische Kraft der Batterie ist. Wenn bei Anwendung einer Batterie von 12r elektromotorischer Kraft der Leitungswiderstand der Blattgewebe der Strecke ab sich um 7% der anfänglichen Grösse verminderte, so hei derselbe um 45.8%, wenn eine Batterie von 24r elektromotorischer Kraft angewandt wurde. Daraufhin müssen wir anerkennen, dass die Grössen der Veränderungen des Leitungswiderstandes der Blattgewebe sich in offenbarer Abhängigkeit von der Grösse der elektromotorischen Kräfte der angewandten Batterien befinden.
Vorläufige Analyse der Versuche.
Elie ich zur weiteren Darlegang meiner Versuche übergehe, halte ich es für nötig mich bei der theoretischen Abschätzung der von mir schon erhaltenen Thatsachen aufzuhalten. Ich bezwecke damit die Aufstellung eines Programms für die weiteren Versuche, welche auf diese Weise als eine logische Folge schon jetzt angedeuteter allgemeiner Prinzipien erscheinen werden.
Es wirft sich uns die Frage auf, warum unter dem Einflüsse des elektrischen Stromes der Leitungswiderstand der Blattgewebe abnimmt. In dem hier gegebenen Falle besitzt der Leiter besondere'Eigenschaften, die der Physiker nicht in Betracht zu ziehen hat. Daraus folgt aber noch nicht, dass der das Blatt durchfliessende Strom in letzterem irgend eine andere Form von Arbeit leistet, als diejenigen, welche schon bei dem Durchgänge des Stromes durch nicht organisirte Körper beobachtet worden sind. Folglich müssen wir auf eine uns schon bekannte Arbeitsform des Stromes hinweisen, und zwar auf diejenige, welche in dem gegebenen Falle einwirkte und die Veränderung des Leitungswiderstandes, dessen Grössenabnahme, hervorrief. Diese Abnahme wurde, wie wir gesehen haben, grösser verhältnismässig: 1) zur Intensität (Dichtigkeit) des Stroms und 2) zur Grösse der elektromotorischen Kräfte. Eine solche Funktionalität der Erscheinung bewegt uns, zuerst die mechanischen Aeusse-rungen des Stromes zu untersuchen.
Im Jahre 1809 wurde die von Reuss (in Moskau) entdeckte Thatsache der Fortführung von Flüssigkeiten durch ein poröses Diaphragma unter dem Einflüsse eines dieses Diaphragma durchfliessenden elektrischen Stromes bekannt, Diese Thatsache wurde jedoch bald vergessen, und erst seit 1816 wird ihrer in den speciellen Zeitschriften wieder erwähnt. Seitdem ist die Frage von die Fortführung der Flüssigkeiten durch den Strom der Gegenstand eines aufmerksamen Studiums seitens einer ganzen Reihe von Physikern geworden, und hat die Erscheinung selbst zwei Benennungen «elektrische Endosmose»1) und «kathaphorische Wirkung des Stromes» erhalten. Was die Gesetze anbe-
') Diese Benennung ist unbefriedigend.—S. Étude sur l’osmose des liquides au point de vue historique, physique et de ses principales applications.— Thèse par Em. Doumer. 1881, Bordeaux.