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LEBER DIE VERARBEITUNG DER RÜCKSTAND.
setzt, als in der Flüssigkeit bei kräftigem Schütteln noch gelöst wird. Es scheidet sich dabei eine schwere gelbe ölartige Schicht aus, die eine ätherische Lösung der Phosphorwolframsäure resp. eine Phosphonvolframsäure-Lösung des Aethers vorstellt '). Diese Schicht lässt man abfliessen und befreit dieselbe vollständig vom Aether durch Abdestilliren und Verdampfen auf dem Wasserbade. Die dicke, wiederum dunkel gefärbte Flüssigkeit verdünnt man mit wenig W asser und leitet in dieselbe ( hlorgas ein, wobei die Entfärbung beim Schütteln wiederum in wenigen Minuten erzielt wird -). Die auf dem Wasserbade etwas eingedampfte Lösung scheidet nach dem Erkalten den grösseren Theil der Phosphorwolframsäure krystallinisch aus. Die gut ausgebildeten, glänzenden, durchsichtigen, nur eine schwache grünlich'gelbe Färbung zeigenden Krystalle werden scharf abgesogen; die weiter eingedampfte Mutterlauge liefert wiederum Krystalle von Phosphorwolframsäure und es bleibt schliesslich eine dunkel violette Mutterlauge, die den Rückständen der Phosphorwolframsäure zugesetzt werden kann.
Auf diese Weise konnte ich ausser der Mutterlauge etwa 13 , Kg. reiner krystallinischer Phosphorwolframsäure wiedergewinnen, d. h. habe dadurch das Kaufen von 3 Kg. reinem Natrium wolfram at vermieden. Die Ausbeute an Phosphorwolframsäure kann vermuthlich noch grösser sein, da bei meinen Untersuchungen ein nicht unbedeutender Theil der Phosphorwolframsäure durch die Gegenwart einer grossen Menge von reducirenden Substanzen zersetzt wurde.
V as die Schwierigkeiten der Gewinnung von Phosphorwolframsäure aus den Rückständen betrifft, so besteht der Unterschied zwischen dieser Gewinnung und der Dastellung der Säure aus dem Natriumwolframat nur darin, dass man, wenn man mit Rückständen zu tliun hat, dieselben absaugen, mit Schwefelsäure zersetzen, wiederum absaugen, die Flüssigkeit durch Chlorgas entfärben und direct ausäthern muss. Bei der Darstellung der PhosphorwoF framsäure aus dem Natriumwolframat löst man dieses Salz und das Natrium phosphat in kochendem Wasser, säuert mit Schwelsäure an, verdampft die Lösung, lässt das Glaubersalz auskrystalliren und äthert die Flüssigkeit unter Zusatz von Schwefelsäure aus. Das Ausäthern ist dabei bedeutend schwieriger als ohne den Schwefelsäurezusatz, d. h. als bei der Gewinnung der Phosphorwolframsäure aus den Rückständen.
Meine Ansicht ist demnach die, dass die Verarbeitung von Rückständen der Phosphorwolframsäure sich bei den hohen Preisen der Wolframpräparate jedenfalls lohnen wird,
*) Da sich in dev Lösung freie, durch Schwefelsäure aus dem Barytsalz abgeschiedene Phosphonvolframsäure befindet, ist der Zusatz von Schwefelsäure bei dem Ausäthern, wie es bei der Darstellung der Phosphonvolframsäure aus dem Natriumwolframat noting ist, überflüssig. Durch die 70°/oige Schwefelsäure wird zwar die Löslichkeit der Phosphonvolframsäure in Wasser vermindert und die Ausbeute an derselben etwas erhöht, aber die unter dem Zusatz der Schwefelsäure aus-geätherte Phosphonvolframsäure ist hei weitem nicht so rein, wie die ohne den Zusatz von Schwefelsäure erhaltene. Wenn man daher auch jenen Theil der Phosphonvolframsäure gewinnen will, wäre es besser dieselbe von dem Haupttheil getrennt zu krvstallisiren.
5) Für das erste und das zweite Entfärben war die aus 100 Gr. Natriumchlorid und 100 Gr. Manganhyperoxyd dargestellte Chlormenge mehr als hinreichend.