﻿UEBER DEN EINFLUSS DER SPANNUNG U. S. W.
149
grösserung der negativen Schwankung und der Höhe der Muskelzuckung, sondern Verminderung derselben bewirkt hat. Nichtsdestoweniger konnte man sich an einem frischen Präparate leicht davon überzeugen, dass die Zugabe auf einmal einer grossen Last keine Yergrösserung der negativen Schwankung und der Höhe der Muskelzuckung, sondern eine Verminderung hervorruft, Zu speciellen Versuchen in dieser Richtung gedenke ich nächstens zurückzukehren.
Aus dem hier Dargelegten ist, wie mir scheint, deutlich genug zu erkennen. dass der Grund der negativen Schwankung des Muskelstroms in dein durch die Reizung hervorgerufenen und der negativen Schwankung vorangehenden chemischen Prozesse im Muskel zu suchen ist. Wenn aber die negative Schwankung, ganz oder grösstenteils, in der Latenzperiode des Reizes (wie das bei einem einzelnen Muskelemente der Fall ist) beendet ist, so kön-
Fig. 3.
Fig. 4.
neu begreiflicherweise die Veränderungen in der Muskelspannung die Grösse dieser negativen Spannung nicht beinflussen, da sie erst nach dem Latenzstadium des Reizes aultreten, oder, mit andern Worten, die negative Schwankung muss bei Isotonie und Isometrie dieselbe sein, was bei meinen Versuchen auch der Fall war. Wird aber der Versuch an irgend einem zusammengesetzten Muskel ausgeführt, so kann infolge dessen, dass die Zeit und die Verbreitung der negativen Schwankung viel länger währen als das Stadium des latenten Reizes, wahrscheinlich beobachtet werden, dass ein grosser heil der negativen Schwankung in die Periode der Muskelzuckung fällt. In diesem balle ist die Vergrösserung der Reizungsschwelle zugleich mit der V erbreitung der beginnenden Zuckung zu erwarten. Folglich, um diesen Falle zu untersuchen ist es notwendig die Grösse der negativen Schwankung bei Isotomie und Isometrie in weiter Entfernung von der gereizten Stelle des Muskels zu vergleichen, d. h. also den Versuch an einem langfaserigen Muskel anzustellen.
Dass der Grund der negativen Schwankung wirklich ein im Muskel stattfindender chemischer Prozess ist, folgt auch noch daraus, dass die Grösse der negativen Schwankung bei der "Belastung zunimmt und zwar in dessen ganzer Länge, und nicht Idos, wie Schenk annimmt, in dem ersten Teile. Jedenfalls finden diejenigen Erscheinungen in der Verbreitung der negativen