﻿Frage iilter den Eiulliiss der Spawning auf die ucga-live Schwankung des Muskelstroms.
Yon Boris Birukoff (St.-Petersburg).
Wie bekannt, untersclieidet man zweierlei Zuckungen des Muskels, solche, bei denen die Muskelspannung sich nicht verändert, und solche, bei denen infolge des Widerstandes, den die Verkürzung des Muskels erfährt, bedeutende Veränderungen der Spannung stattfinden. Die erste Art heisst isotonische, die zweite—isometrische Zuckung. Während die Veränderungen der Spannung sowie die dementsprechenden Veränderungen der Wärmeentwicklung im Muskel schon seit lange studirt werden, waren bis vor kurzem keine Arbeiten bekannt, deren Aufgabe gewesen wäre, den Verlauf der elektrischen Erscheinungen im Muskel bei diesen zwei Arten von Zuckung zu untersuchen. Neuerdings erschienen in dieser Pachtung einerseits die Arbeiten von Sehende ') und Amaya * 2), anderseits eine Arbeit von Rudolf du Bois-Reymond 3). Schenck sprach die Ansicht aus, dass die elektrischen Erscheinungen im Muskel bei Isometrie und bei Isotonie verschiedenartig verlaufen. Du Bois-Reymond dagegen war der Meinung, dass bei isometrischer und bei isotonischer Zuckung in der negativen Schwankung des Muskelstroms kein Unterschied vorhanden ist. Beide Forscher führten ihre Untersuchungen mittelst des Capillarelektrometers aus. Die Frage blieb unentschieden, da Sehende die elektrischen Erscheinungen im Muskel nicht in der Einzelzuckung des Muskels, sondern im Tetanus desselben untersuchte; in letzterem Falle aber wird die Erscheinung dadurch maskirt, dass, wie Du Bois Reymond '*) richtig bemerkt, eine negative Schwankung sich über die andere legt. Was Du Bois-Reymond's Arbeit betrifft, so gesteht der Autor selbst den wesentlichen Mangel ein, dass die von ihm benutzten Elektroden polarisirbar waren, infolge dessen die von ihm erhaltenen Kurven der negativen Schwankung den wirklichen elektrischen Schwankungen nicht entsprachen. Ausserdem experimentirten Scheuch und Du Bois-Reymond mit Muskeln von ungleichenässiger Structur, und zwar ersterer mit dem M. gastrocnemius und dem M. sartorius, letzterer mit dem M. gastrocnemius allein. Amaya untersuchte nur den Eudtheil der negativen Schwankung.
Angesichts der wichtigen Bedeutung, welche die vorliegende Frage für unser Urteil über die Ursachen hat, die der negativen Schwankung des Muskelstroms zu Grunde liegen, führte ich auf Antrag des Herrn Prof. Bernstein (dem ich hierbei meinen herzlichsten Dank ausspreche) im Sommer 1899 im
!) „lieber den Einfluss der Spannung auf die negative Schwankung des Muskelstroms“. Pflü-ger's Archiv. Bd. 03.
2) „I eher die negative Schwankung hei isotonischer und isometrischen Zuckung“. Pfl. Arch. Bd. <0. p „Leber den Verlauf der negativen Schwankung bei Isotonie und Isometric*". Centralbl. iur Phvsiol. Bd. 11, S. 33.
9 l. c.
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