﻿ÜËBËR DEN ËrXFLüSS DER SPANNUNG U. S. W.
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Physiologischen Institut zu Halle in dieser Richtung Versuche aus, hei denen ich, Prof. Bernstein s Ratschläge befolgend, die obenerwähnten Mängel vermied. So benutzte ich 1-stens die beiden, zusammen abpräparirten, mm. abductores magnus et longus des Frosches, die eine ganz gleichmässige Structur der Fasern besitzen, und bediente mich 2-tens nur unpolarisirbarer Thonelektroden. Es wurde partielle Isometrie ausgeführt, indem * um den in einem Gummi-Schlittenapparat in horizontaler Lage befindlichen Muskel eine schmale (0,6 Ctm.) Bandschlinge geschlungen wurde. Das untere Ende des Bandes war mit einem Registrirhebel verbunden und dieser letztere bei Isometrie unbeweglich festgeknüpft. Es wurden auf diese Weise «Verdickungskurven» erhalten. Die Oberfläche des auf dem Muskel liegenden und mit physiologischer Lösung befeuchteten Bandes berührte das eine Ende eines Wollfa-dens, während das andere um den thönernen Teil der Elektrode geschlungen war. Der Faden wurde ebenfalls mit physiologischer Lösung benetzt. Die andere Elektrode berührte den Querschnitt des Muskels. Diese Anordnung hatte den Zweck, dass bei der isotonischen Zuckung die Verdickung des mit dem Bande bedeckten Muskelteils möglichst geringen Widerstand erführe und bei Isometrie der betreffende Muskelteil möglichst vollkommen der Fähigkeit beraubt würde sich zu verkürzen. Die Reizung geschah durch einzelne Oeffnungsschläge auf den ramus adductorius, welcher zusammen mit dem Stücke des n. ischia-dicus abpräparirt wurde. Das Capillarelektrometer wurde in gewöhnlicher Weise (von Burch in seiner Schrift über das Capillarelektrometer beschrieben) aufgestellt. Der Schatten fiel unter einem Winkel von 4f>n auf ein an der Axe eins BaltzeBsehen Cylinders befestigtes Spiegelchen. Bei der Drehung der Axe wurde der Schatten in die Camera zurückgeworfen und photographisch aufgenommen (die Camera stand rechtwinklich zur Richtung der vor der Capillarröhre auf den Spiegel fallenden Strahlen). Es muss hinzugefügt werden, dass vor der engen Spalte, auf welche der Schatten des Ca-pillarröhrchens geworfen wurde, sich ein dünner mit dem Muskel in Verbindung stehender" Hebel und diesem parallel die Spitze eines Unterbrechers (100-mal in der Seconde) befand, infolge dessen gleichzeitig die Schwankungen des Quecksilbermeniscus, die Zuckungen des Muskels und die Zeit photographirt wurden. Wie ich mich nach zahlreichen Versuchen überzeugt habe, muss man nicht trachten, das Capillarröhrchen besonders dünn und daher sehr empfindlich zu nehmen: zu grosse Empfindlichkeit ist oft den schnellen Veränderungen des Quecksilbermeniscus hinderlich, die durch die Veränderungen des elektrischen Potentials bewirkt werden. Wichtig ist, dass das Capillarröhrchen auf einer kurzen Strecke eine scharf ausgeprägte konische Verengerung aufweise. Das von mir ausgezogene Röhrchen entsprach 0,005 Volt., d. h. war zugleich auch empfindlich genug. Mittelst dieses Capillarröhrchens erhielt ich die beigefügten Figuren, die von links nach rechts zu lesen und anderthalb vergrössert sind.
Fig. I stellt den Verlauf der negativen Schwankung bei isotonischer .Zuckung der mm. adductorii dar, die durch einen einzelnen Oeffnungsschlag auf den ramus adductorius hervorgerufen wurde. Fig. II stellt dasselbe dar, jedoch bei isometrischer Zuckung desselben Muskels. Der Zeitraum von einer Zuckung zur andern betrug nicht mehr als 2 Minuten. Der Muskel war nicht belastet; wie schon erwähnt, wurde nur «partielle» Isometrie ausgeführt. Die Rollentfer-