﻿EINIGE BEOBACHTUNGEN ÜBER INTERMITTIRENDE NETZHAUTREIZUNG.
195
Erscheinung des Glanzes wie der Ring Fig. 11. Dreht man die Scheibe Fig
13 in der Richtung des Uhrzeigers, so flackern und glänzen die Ringe 1, 3 und 5 auf grauem Grunde.
Nehmen wir eine Scheibe, die aus einem centralen schwarzen und einem peripheren weissen Theile besteht, und tragen auf dieselbe einen aus schwarzen und weissen Theilen zusammengesetzten Ring von der schon mehrfach beschriebenen Beschaffenheit in der Art auf, dass der Ring gerade an die Grenze zwischen dem schwarzen und dem weissen Theile der Scheibe zu liegen kommt, so zerfällt der Ring selbst durch die Grenzlinie in einen peripheren und einen
erste im weissen Felde, der liegen kommt. Dreht man
centralen Theil, von denen der zweite im schwarzen Felde zu
eine derartige Scheibe, so wird, den früheren Auseinan-
von den beiden concentrischen Thei-
dersetzungen
len des
Ringes
zufolge, der
äussere schwarz,
der innere weiss. Theil nur an der innere bloss an der
Fi?. 13.
innersten Grenze
hat man einen ganz eigenthtunlichen
Wie zu erwarten ist, wird der äussere äussersten Grenze schwarz und der weiss, zwischen diesen beiden Grenzen Uebergang vom Weiss zum Schwarz. Es macht den Eindruck, als befände sich hinter der Scheibe eine sehr helle Lichtquelle, welche intensiv leuchtende Lichtstrahlen durch einen Spalt zwischen dem inneren, schwarzen Theil der Scheibe und dem inneren Theil des Ringes aussende. Dreht man die Scheibe Fig. 14, die direct von der eben beschriebenen hergeleitet werden kann, so gewinnt man einen ganz eigenartigen und merkwürdigen Eindruck: es scheint, als ob man nicht eine Scheibe, sondern einen Körper mit einer ausgesprochenen Tiefendimension vor sich hätte. Wenn die Rotation gegen den Uhrzeiger geschieht, so zerfällt die Scheibe in sechs Ringe, von welchen jeder an seiner inneren Grenze weiss und glänzend im Vergleich zur dunkleren äusseren Grenze erscheint. Dank dieser Beschaffenheit der Ränder der Ringe macht die Scheibe den Eindruck, als ob man sechs hinter einander stehende Scheiben vor sich hätte, von denen die mit dem kleinsten Durchmesser näher zum Beobachter sich befände, und dann weiter die fünf Scheiben mit immer wachsendem Durchmesser folgten. Aendert man die Richtung der Drehung der Scheibe, so kehrt sich das Relief um, gerade so, wie im Stereoskop, wenn man die beiden Bilder desselben vertauscht, Diese Umkehrung des Reliefs hängt hier damit zusammen, dass jetzt die äussere Grenze jedes Ringes weiss und glänzend, die innere dunkel erscheint.
Einige der beschriebenen Erscheinungen lassen sich auch an farbigen Scheiben beobachten. Wenn wir z. B. die Scheibe Fig. 10 nehmen und in ihr das Schwarz mit Roth, das Weiss mit Gelb vertauschen, so erhalten wir bei langsamem Drehen der Scheibe aussen einen rothen Ring auf gelbem Grunde und innen einen gelben Ring auf rothem Grunde. Complicirter gestalten sich die Verhältnisse, wenn wir anstatt einer der Farben Grau nehmen. Betrachten wir z. B. eine farbige Scheibe, auf der sich ein Ring, bestehend
Fia. 14.