﻿EINIGE BEOBACHTUNGEN ÜBER IN TER MITTIREND E NETZHAUTREIZUNG.
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ren und stellt somit schon bei langsamer Drehung den grauen Grund für den aus zwei weissen und zwei schwarzen Theilen bestehenden Hing dar. Es ist von vornherein klar, dass in diesem Falle weder die weissen noch die schwarzen Theile des Hinges die Oberhand gewinnen können, dass der Hing weder weiss auf Kosten seines schwarzen Thcils noch schwarz auf Kosten seines weissen Tlieils erscheinen wird. Dreht man die Scheibe langsam, so bemerkt man, dass die weissen Theile des Ringes weisser, die schwarzen intensiver schwarz erscheinen; die weissen und schwarzen Theile des Hinges heben sich gewisser-maassen gegenseitig; dreht man die Scheibe schneller, so bemerkt man eine ganz eigenartige Erscheinung: der Hing beginnt sehr intensiv, wie eine schwarze, glatt polirte Fläche, zu glänzen. Dreht man nun die Scheibe noch schneller, so verliert sich allmälig der Glanz; der Hing wird homogen grau und unterscheidet sich nicht mehr von grauen Grunde. Die Erscheinungen der Scheiben Fig. 10 und 11 lassen sich selbstverständlich auch auf einer Scheibe beobachten: man tlieilt eine Scheibe in drei concentrische Theile, macht den einen weiss, den anderen schwarz und den dritten grau und trägt auf jeden Theil je einen Hing von der beschriebenen Beschaffenheit auf. Dreht man die Scheibe mit der nöthigen Geschwindigkeit, so erscheint der eine Hing weiss. der andere schwarz und der dritte eigenthüm-	Fig n.
lieh glänzend. Der Eindruck des Glanzes setzt sich hier augenscheinlich aus denselben Elementen zusammen wie der stereoskopische Glanz *), und der graue Grund hat hier nur die Bedeutung, dass er das Uebergewicht von Weiss über das Schwarz des Hinges und umgekehrt nicht zulässt, sondern den Wechsel von Weiss und Schwarz in verstärkter Intensität zu unterhalten ermöglicht.
In einem bekannten Aufsätze «lieber den Nutzeffect intermittirender Netzhautreizungen) 2) hat Brücke darauf aufmerksam gemacht, dass bei inter-mittirenden Netzhautreizungen die Intensität der Lichtempfindung im Allgemeinen von der Zahl der Intermittenzen abhängt. Er hatte gefunden, dass bei einer Zahl von Intermittenzen. die noch keine vollständige Verschmelzung bewirkt, ungefähr bei 17 Intermittenzen in der Secunde, die maximale Intensität der Lichtempfindung erreicht wird. Brücke meinte sogar auf Grund dieser Thatsache, dass es zweckmässig wäre, verschiedene Lichtsignale nicht als con-tinuirliche, sondern als periodisch unterbrochene Heize, und zwar 17 in der Secunde zu verwenden, weil bei dieser Zahl das Maximum der möglichen Helligkeit beobachtet wird.
Aus den oben angeführten Erscheinungen geht aber klar hervor, dass es ganz bestimmt dabei nicht bloss auf die Zahl der Intermittenzen ankommt. Wir haben oben gesehen, dass ein und derselbe, aus weissen und schwarzen Theilen zusammengesetzte Hing bei einer und derselben Drehungsgeschwindigkeit verschieden aussieht, je nachdem man ihn auf weissem, schwarzem oder
') Helmholtz, Handbuch der physiologischen Optik. 1896. S. 932—935.
-) Brücke, Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissensch. 1864. S. 128.