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Membran getrennter Flüssigkeiten von verschiedener Concentration die Strömung der Flüssigkeit immer aus der weniger coucentrirten Lösung nach der concentrirteren hin statt, im gegebenen Falle müsste also, da die Concentration des Blutes (— 0,56) viel geringer ist als diejenige des Harns, das Wasser sich aus dem Blute in die Harnkanälchen absondern und nicht umgekehrt, wie es in Wirklichkeit der Fall ist. Als Widerlegung von Prof. Ludwigs llieorie wies Hoppe-Seyler schon vor langer Zeit auf einen bekannten Versuch hin: er brachte Harn und Blut eines und denselben Tieres in osmotische Berührung, wobei das Wasser durch die Membran aus dem Blute in den Harn überging.
Man kann sich schwer vorstellen, sagt Hamburger, dass durch blosses Durchlässen durch einen Filter eine 1 %-ige Lösung, z. B. von Chlornatrium, sich in eine 1 VV/u"D'(- Lösung verwandeln könnte und dass die Eindickung des Harnes sich durch einfache physikalische Processe, ohne die Mitwirkung der Lebensthätigkeit des Epithels der Kanälchen erklären liesse.
Ich erlaube mir einige Betrachtungen zum Ausdruck zu bringen, welche vielleicht auch diese Seite der Frage beleuchten werden.
Dass Transsudation aus einer concentrirteren in eine weniger concentrirte Lösung durch eine halb durchgängige Membran möglich ist, ist eine Th attache, die durch Pfeifer's Versuche bewiesen ist. Wird ein Gefäss mit halb-durchgängigen Wandungen (Pfeifers Thonzelle), welches eine Zuckerlösung enthält, in Wasser gestellt, so dringt letzteres in das Gefäss mit der Lösung ein, und das Niveau in der Bohre desselben steigt und erreicht eine gewisse Höhe, dem osmotischen Drucke des Zuckers entsprechend. Dieser Druck kann manometrisch gemessen und in Atmosphären ausgedrückt werden. Wird diese Zucker-
dem osmotischen gleichkommenden
lösung vorher einem entgegegesetzten,
Drucke durch die Röhre ausgesetzt, so findet die Osmose nicht statt. Ist der Druck noch grösser, so findet anstatt Endosmose Exosmose des Wassers aus der Zuckerlösung in das mit Wasser gefüllte Gefäss statt.
Mir scheint, die Annahme berechtigt, dass der hydraulische Filtrationsdruck in den Harnkanälchen grösser ist als der Blutdruck in den die Harnkanälchen umgebenden Capillaren, und zwar aus folgenden Gründen: der Blutdruck in den Capillaren der Glomeruli ist bei weitem höher als in den die Harnkanälchen umgebenden Capillaren. Die Gefässe der Glomeruli sind nicht einmal Capiliare, sondern eine dünne verzweigte Arterie. Das Vas a lierons des Gefässknäuols ist viel weiter als das Vas etter ens, welches von hier aus sich zu den Harnkanälchen hinzieht und ein Capillarnetz bildet. Es ist offenbar, dass nachdem das Blut einen so laugen Weg und ein so dünnes Vas offerees durchlaufen hat, es in die Capiliare der Harnkanälchen mit einem viel niedrigeren Drucke gelangt, als wie er in dem Gefässknäuel ist.
Semit filtrirt der Harn in den Glomeruli und tiiesst in den Harnkanälchen unter einem verhältnismässig starken Drucke, und es ist sehr wahrscheinlich, dass der hydraulische (Filtrations-) Druck des Harns in den Harnkanälchen grösser ist als der Blutdruck in den sie umgebenden Capillaren; ist aber dies der Fall, so muss aus dem Harn, obgleich einer concentrirteren Flüssigkeit, durch die Wandungen des Harnkanälchens Wasser in das Blut treten.
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