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RENSEIGNEMENTS.
durch eine starke Bewegung beantwortet; zugleich kommt damit die erloschene Hautempfindlichkeit zurück (1. c. S. 19).
II. Am Frosche mit abgetragenen Hemisphären, in frei sitzender Lage:
d)	löst ein schwaches Tetanisiren des Nerven sofort einen Sprung aus (1. c. S. 22); hingegen
e)	bleibt das Thier bei starkem Tetanisiren der Nerven ruhig sitzen, namentlich wenn die Reizung den Nerven von Anfang an in voller Stärke trifft (1. c. S. 23): hierbei
f)	sinkt die Empfindlichkeit der vorderen Pfoten (auf das Kneifen) auf Null herab; und
g)	macht der Frosch sofort einen Sprung, sobald die Reizung unterbrochen wird: zugleich kommt damit die erloschene Hautempfindlichkeit wieder zu Stande.
Noch eclatanter fällt der Versuch e mit seinen Folgen bei chemischer Reizung (mit KaCl) des Nerven aus, da der Frosch diese Reizung Minuten lang aushalten kann, ohne sich zu rühren, und man dadurch die Möglichkeit erhält das allmälige Erlöschen der Hautempfindlichkeit in den Pfoten zu beobachten. Wartet man den Zeitpunkt ab, wo die Finger aller Pfoten des Frosches auf ein starkes Kneifen mit der Pincette unempfindlich geworden sind (was gewöhnlich erst nach 4'—5' zu Stande kommt), und durchschneidet hierauf den Nerven oberhalb der gereizten Nervenstrecke, so macht der Frosch einen gewaltigen Sprung (manchmal mit einen Schrei) und die Hautempfindlichkeit kehrt sogleich zurück (1. c. S. 61) *).
Bedenkt man
1)	dass ein und derselbe Nerv bei schwacher Reizung excitomotorisch wirkt und bei starker keine Bewegungen auslöst; und
2)	dass dieses Ausbleiben der Bewegungen keineswegs auf eine Ueberrei-zung. resp. eine Erschöpfung, der Excitomotoren zurückgeführt werden kann, da das Aufhören der Reizung sofort mit einer starken Bewegung beantwortet wird;
so können in den Versuchen sub b) und e) die Erfolge der Nervenreizung nicht anders denn als Hemmungen der Bückenmarksreflexe (welche aus der Erregung des gereizten Nerven entstehen sollten!) und der Locomotion aufgefasst werden. Was ferner die diese Effecte mitbegleitende Erscheinung der unterdrückten Hautempfindlichkeit anbelangt, so könnte dieselbe allerdings am einfachsten so erklärt werden, dass Reizung des Ischiadicus einer Seite schon genügend ist alle reflektorischen Apparate des Rückenmarks und des verlängerten Marks in Unthätigkeit zu versetzen, um so mehr als sich alsdann alle Folgen der Nervenreizung auf eine und dieselbe Ursache zurückführen liessen. Es war jedoch möglich diese Erscheinung noch durch eine Modification der Erregbarkeit in den peripherischen Endapparaten der sensiblen Nerven zu erklären 2).
*) Diesen Versuch so wie die Versuche mit schwacher und starker elektrischer Reizung halte ich (im’ Sommer 1867 oder 1868) in Leipzig in Gegenwart der Professoren Bonders und Ludwig demonstrirt. Herr Professor Engelmann (damals Assistent von Prof. Bonders) war auch dabei.
!) Für die Hemmungen aus den mittleren Hirntheilen ist es im Gegentlieil längst bewiesen, dass die Erregbarkeit der Endapparate der sensiblen Nerven hierbei nicht unterdrückt wird: die taktilen Reflexe dauern nämlich fort.