﻿RENSEIGNEMENTS.
247
(1. Hemmungsmech. u. s. w. Berlin, 18G3) bekannt zu sein; obgleich in meinen anderen Arbeiten wesentliche Zusätze zu den Befunden der ersten Arbeit enthalten sind. Dieses ersehe ich aus einem Aufsatz von S. J. Meitzer, unter dein Titel «Inhibition (New-York Med. Journ. for May 13, 20 and 27, 1899), worin der Verfasser die gesammte Literatur der Frage anführt und nur meine erste Abhandlung citirt. Da ich meine von Meitzer unerwähnt gebliebenen Thatsachen auch für den heutigen Stand der Frage für wichtig halte, so erlaube ich mir dieselben den Fachmännerr in Erinnerung zu bringen.
In meiner oben citirten Arbeit habe ich, nachdem die Depression der Bückenmarksreflexe in Folge der Reizung gewisser Hirntheile festgestellt war, noch die Frage zu entscheiden gesucht, ob dieselbe Depression auch auf reflektorischem Wege zu erhalten sei. Zu dem Ende wurden Versuche mit starker Reizung der Haut angestellt, und da letztere mehr oder weniger starke Reflexbewegungen auslöst, musste das Reflexvermögen des Rückenmarks erst nach Beruhigung derselben gemessen werden. Diese Form des Versuches bezeichnte ich schon damals als eine mangelhafte (1. c. S. 30), da dieselbe nur die Nachwirkung der sensiblen Reizung und nicht den unmittelbaren Einfluss derselben auf die Reflexe zu beobachten gestattet. Das Uebel schien mir aber damals unvermeidlich, da zu jener Zeit keine systematischen Versuche am Frosche mit Reizung seiner sensiblen Nerven existirten und man zu glauben berechtigt war. dass die Reizungserfolge sich gleich bleiben, ob man einen gegebenen sensiblen Nerven oder seinen peripherischen Endapparat zu reizen bat. In Folge dieses Umstandes konnte die aufgeworfene Frage nicht mit genügender Schärfe beantwortet werden.
Die Entscheidung derselben hat erst meine spätere Untersuchung «Ueb. d. clektr. u. ehern. Reiz. d. sensibl. Rückenmarksnerv. d. Frosch, Graz, 1868> gebracht. Hier wurde anstatt der Haut der n. ischiadicus gereizt und die Reflexe entweder an den vorderen Pfoten eines unbeweglich flxirten Thieres oder an dem locomotorischen Apparate frei sitzender Thiere beobachtet *).
Von solchen Versuchen werde ich folgende anführen.
I. Am geköpften Frosche:
a)	löst ein schwaches Tetanisiren des Nerven eine einzige Bewegung der vorderen Extremitäten aus (1. c. S. 16);
b)	löst ein starkes Tetanisiren des Nerven manchmal eine flüchtige Bewegung der vorderen Extremitäten, mit nachfolgender Ruhe von einigen Se-cunden (1. c. S. 18) und starker Depression der Hautempfindlichkeit während der Ruhepause (1. o. S. 19) aus;
c)	wird die Unterbrechung der Reizung während der Ruhepause stets
g Die Beobachtungen wurden na menti ich sowohl an geköpften Fröschen (gleich unterhalb der Kautengrube) als an Thieren mit altgetragenen Hemisphären (durch einen Stich in die thalami optici i angestellt. Der auf die letzte Weise operirte Frosch behält sein Locomotionsvermögen im un-gesi hwäclrten Grade bei reagirt auf alle schmerzerregenden Einflüsse mit locomotorischen Bewegungen und benimmt sich zugleich damit, namentlich ausserhalb der Beizung, so ruhig und so regungslos (in sitzender Lage), dass man an ihm alle die zur Beizung des Nerven nöthigen Manipulationen mit derselben Bequemlichkeit wie an dem motorischen Nerven eines stromprüfenden Schenkels vornehmen kann.