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ÙEBÈE EINE NEUE REACTION ETC.
erst nach längerer Zeit bildet sieb ein schwach gefärbter violetter Ring an der Grenze zwischen dem Reagens und verdünntem Hühnereiweiss oder Pferdeblutserum (1 : 10); dieselbe Reaction erziel ilt man ausserdem mit Lösungen von Ptyalin, Trypsin und Papain-Schuchardt; Merck's Papain dagegen bewirkt deutliches Blauwerden der Stärke.
Die Reaction verläuft negativ bei den verschiedenen Zuckerarten (Dextrose, Lävulose, Galaktose und Maltose), Glycogen, einigen Fermenten (Diastase und Invertin), ferner Harnstoff, Xantin, Kreatin. Guanin, (■offein. Tyrosin, Hippursäure; Glykokoll, Codein, Resorcin, Salicylsäure; schwefelsaurem Eisenoxydül, Formaldehyd, Benzaldehyd und Salicylaldehyd.
Was den Mechanismus derjenigen Vorgänge anbelangt, welche die Indausscheidung verursachen, so verläuft, z. B. die Reduction der lodsäure durch Schwefelwasserstoff nach folgender Gleichung:
2HJOa ♦ 5/Z, S = 6ÄO+ 5S-+ 2J,
wobei das freie Iod mit der Stärkelösung die blaue Färbung ergiebt.
Wie aus der Reihe der so eben angeführten Substanzen ersichtlich ist, war es uns hauptsächlich darum zu tliun, verschiedene reducirende Substanzen und namentlich solche, die einen Bestandtheil sowohl des normalen als auch des pathologischen Harns bilden, zu untersuchen, wobei es sich herausstellte, dass dieses Reagens uns in die Möglichkeit versetzt die reducirenden Substanzen in 2 Gruppen zu theilen, von denen die eine bei der Untersuchung ein positives, die andere ein negatives Resultat ergeben.
Die Reaction wird, wie folgt, ausgeführt: zu 4—5 Cctm der zu untersuchenden Flüssigkeit lässt man 1 Cctm. des Reagens in das schräg gehaltene Probirröhrehen die Wand entlang fliessen, damit die Flüssigkeiten sich über einander lagern. An der Berührungsstelle der beiden Schichten kann auch die schwächste Reaction noch sichtbar werden. Es sei bemerkt, dass mit schwachen Lösungen von Harnsäure die Reaction nur sehr langsam eintritt. Alkalische Flüssigkeiten müssen vor dem Hinzufügen des Reagens mit Essigsäure neutra-lisirt werden. Bei der Untersuchung des Harnes sind die Menge desselben und die von dem Kranken gebrauchten Medicamente zu berücksichtigen.
Die Empfindlichkeit dieses Reagens ist eine so grosse, dass mit Natriumhyposulfit selbst bei Verdünnungen dieses Salzes von 1 : 30,000—40,000 noch deutliche Blaufärbung stattfindet. Nimmt man die Lösung noch schwächer, so erhält man eine mehr oder weniger intensive violette Färbung; ganz farblos wird die Flüssigkeit aber erst bei einer Verdünnung von 1 : 100,000.
Die grosse Empfindlichkeit dieser Farbenreaction ermöglicht, dieselbe für die quantitative Analyse gewisser reducirender Substanzen auf colorimetrisclien AVege zu verwenden.
Die Anwendung der vorgeschlagenen Reaction bei Harnuntersuchungen hat uns Resultate, die ein besonderes Interesse in pathologischen Fällen bieten, ergeben, wobei die Reaction in quantitativer Hinsicht grossen Schwankungen unterliegt. Bei zwei an Tuberculose und bei einer an Leukämie leidenden Kranken ging die Reaction am energischsten vor sich, in Fällen von Chlorose,