﻿268
HEBER DAS ETASTISCHE GEWEBE DES UTERUS.
Die Muskelfasern in den Bündeln und Bündelchen der Präparate, die wir beschreiben, sind lang, schmal, die Kerne derselben ebenfalls schmal, der Länge nach gestreckt und ohne jegliches Anzeichen von Teilung. Es muss bemerkt werden, dass die Muskelbündel vorläufig blos mechanischer Dehnung unterworfen sind; von Proliferation der Muskelelemente kann im Laufe des l-sten und 2-ten Monats der Gravidität noch nicht die Pede sein.
Das zur Cervix gehörige elastische Gewebe nimmt an den Veränderungen, welche dasjenige des Uteruskörpers erfährt, keinen Anteil.
Im 3-ten Monate der Gravidität beobachtet man Verminderung der körnich-ten Anhäufungen elastischer Substanz; Strähne verworrener elastischer Fasern nehmen Ueberhand. Die Maschen der Strähne sind oft so gross, dass man letztere eher Netze nennen könnte (Fig. V). In Längsschnitten von Muskelbündeln sieht man, dass diese Strähne und Netzwerke zwischen den Bündeln von Muskelfasern, diesen entlang liegen; auf gleiche Weise gestreckte, doch sein-zarte Netzwerke werden auch im Innern der Bündel angetroffen. Diese Netzwerke füllen die Zwischenräume zwischen den Bündeln besser aus als man an Präparaten, die den zwei ersten Graviditätsmonaten entsprechen, wahrnimmt. Dort, wo in das Gesichtsfeld die Oberfläche (nicht der Längsschnitt) eines Bündels tritt, kann man sehen, wie ein Netzwerk elastischer Fasern diesen umspinnt.
Solche Bilder bieten sich an der Schnittfläche dar; auf Grund derselben kann man sich die Beziehung der elastischen Netzwerke zu den Muskelbündeln im Allgemeinen folgendermaassen vorstellen: die elastischen Netze umgeben das Muskelbündel von allen Seiten, wobei sie nicht selten, zugleich mit den in dasselbe dringenden collagenen Scheidewänden, ins Innere des Muskelbündels ziehen. Man erhält auf diese Art das ideale Bild einer Umflechtung der Muskelbündel mit elastischen Fasern.
Je mehr man sich der Schleimhaut nähert, desto häufiger begegnet man einem gekörntem Bau des elastischen Gewebes und desto seltener Strähnen und Netzwerken.
Am meisten ist elastisches Gewebe im Str. supravasc- und vasc. enthalten; im Str. subseros. ist dessen Menge nicht immer bedeutend; das Str. sub-muc. enthält am wenigsten, doch wird es auch hier, wie in der Nähe der Gefässe so auch zwischen den Muskelbündeln, angetroffen.
Im Allgemeinen bemerkt man in diesem Stadium der Gravidität, wie auch in den vorhergehenden, starke Wucherung des Perimysiums, sowohl des collagenen Teils desselben als auch des elastischen. Infolge einer solchen Wucherung des Perimysiums sind auch hier die Elemente der Mündel auseinander gerückt und haben aus 2, 3 oder 5 Fasern bestehende Gruppen gebildet. Proliferation und Wucherung des Muskelgewebes wird auch in diesem Stadium der Gravidität nicht beobachtet.
Um die Muskelbündel herum, die sich nicht in der Uteruswand sondern daneben, in dem parametralen Zellengewebe, befinden, bemerkt man besonders starke Entwicklung des elastischen Gewebes; dichte Flechtwerke sehr dicker elastischer Fasern umhüllen diese Muskelbündel in Gestalt von dickwandigen Scheiden (Fig. VI).