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UEBER DAS ELASTISCHE GEWEBE DES UTERUS.
inmitten des Gewebes der eigentlichen Cervix verschwindet das elastische Gewebe last ganz, und nur dort, wo schon das paracervicale Zellengewebe beginnt, welches eine grosse Anzahl Gefässe und zerstreut liegender Muskelbündel enthält, sieht man mit einemmal eine grosse Menge elastischer Fasern auftreten.
An den Stellen, wo die Cervix vom Peritoneum (gegen den hinteren Dou-glas’schen Raum hin) bedekt ist, ist eine massige Anzahl elastischer Fasern unterhalb des Peritoneums und in der an demselben befindlichen Muskelschicht vorhanden. Folglich gehen die Resultate unserer Untersuchungen auch hinsichtlich der Cervix mit der Ansicht von Acconci, Dittel und Davydoff, welche behaupten, dass die Cervix die grösste Menge elastischer Fasern erhält, auseinander.
Am Ende der Gravidität und während der Geburt erfährt das elastische Gewebe wesentliche Veränderungen. Schon bei der anfänglichen Betrachtung hierher gehöriger, mit der V.'eigert sehen Farbe tingirter Prapärate, bei mittlerer Vergrösserung, fällt die Abwesenheit der elastischen Contouren der Bündel (Fig. IX), die man gewöhnlich in den Querschnitten der Muskelbündel str. supravascularis wahrnimmt, auf. Zwischen den Bündeln, wo das Auge gewöhnt ist in dem Gewebe elastischen Fasern zu begegnen, sieht man diese Fasern gleichsam schmelzen und gewahrt meist nur deren Schatten. Bei genauerer Betrachtung bei Oelimmersion kann man unterscheiden: li elastische Fasern, die mit der AVeigert’schen Farbe schwach tingirt sind, 2) gar nicht gefärbte Fasern o) mit der Weigert schen Farbe gut durchfärbte Fasern. Diese letzteren sind kurz und gedreht, und machen den Eindruck, als wären sie gestreckt gewesen, dann gerissen, kürzer geworden und hätten sich dabei gedreht (Fig. IX). Die schwach gefärbten Fasern haben in den meisten Fällen unregelmässige Contouren, mit gleichsam zernagten Rändern; die Fasern sind oft ungleichmässig gefärbt. Häufig sind die Fasern in Fibrillen zerfallen, welche an verschiedenen .Stellen gerissen sind, und die abgerissenen Stücke derselben sind zusammengeschrumpft. Diese Veränderungen verbreiten sich auch auf das elastische Gewebe der Gefässwände. Kurz gesagt, wir sehen hier ein Bild der Zerstörung des elastischen Gewebes. Dies ist leicht zu begreifen, da ja ein Teil der elastischen Fasern nach der Geburt zu verschwinden hat, wie es auch mit Muskel- und Bindegewebselementen der Fall ist.
Die beschriebenen Veränderungen der elastischen Fasern erinnern an die deren Zerstörung vorausgehenden Veränderungen, welche Dr. Pokrowski *) bei Lungengangräne beschrieben hat.
ln Präparaten, welche nach der Einwirkung der Flemming’schen Lösung erhalten werden, nehmen die elastischen Fasern die Weigert’sche Farbe noch schwerer auf.
') Pokrowski. „Das elastische Gewebe und dessen Veränderungen bei verschiedenen Erkrankungen der Lungen. Dissertation. Moskau. 1897.