﻿ANALYSES.
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Evenhof, I. Einfluss des Strychnins auf den Chloroformcollapsus. (Wratsch
1896, S. 5).
Da die wesentlichste Gefahr, welche die Chloroformnarkose ^ mit sich bringt, in dem von der Lähmung des vasomotorischen Centrums abhängenden Fallen des Blutdrucks besteht, so machte der Autor es sich zur Aufgabe an Hunden zu prüfen, welchen Einfluss das Chloroform auf das vasomotorische Centrum, das vorher die erregende Wirkung von Strychnin erfahren hatte, ausüben würde. Die Experimente zeigten, dass nach der Einführung von Strychnin das Chloroformiren von den Tieren viel länger vertragen wurde als vorher. Zum Beweise, dass dieses wirklich eine Folge des erhöhten Tonus des vasomotorischen Centrums war, führte der Autor einige Versuche unter Abtrennung des verlängerten Marks aus, wobei es sich erwies., dass nach der Unterbindung desselben das Strychnin aut die Dauer der Chloroformnarkose keinen Einfluss ausübte.
Bronowski, C. Dr. med. Milchsaures Strontium (Strontium lacticum) bei der Brighfschen Krankheit. (Russisches Archiv für Pathol., klinische Med. u. Bacter. 1896, II, S. 650).
Da bei der Bright'schen Krankheit das Gefahrvollste die Harnverhaltung und dadurch das Verbleiben giftiger Producte des Stoffwechsels im Organismus ist, die gewöhnlichen harntreibenden Mittel aber nicht immer ihren Zweck erreichen, so unternahm der Autor die Prüfung des milchsauren Strontiums, dem von einigen Klinikern eine harntreibende V irkung zugeschrieben wird. Seine Untersuchungen, die klinischen sowohl als die experimentellen, führte er an Kaninchen und Hunden aus. Die klinische Anwendung des Mittels lieferte günstige Üesultate: fast in allen Fällen wurde ein mehr oder weniger starker diuretischer Effect beobachtet. Die Harnabsonderung erreichte ihr Maximum gewöhnlich am 6-ten Tage nach Beginn der Verabreichung von Strontium lacticum, wobei die 24-stündige Urinmenge bis 4 Liter betrug. In chronischen Fällen war die Wirkung des Mittels weniger schlagend und beständig. Auf die Quantität des ausgeschiedenen Albumins übt, dem Autor nach, das Mittel keinen Einfluss aus. Auch auf die Eigenschaft des Pulses und auf den Blutdruck wirkt es nicht.
Experimente an Tieren zeigten, dass Str. lacticum bei ihnen erhöhte Harnabsonderung hervorruft; nach übermässig starken Dosen (Einspritzung von 0,06 Gr. pro Kilo Gewicht) zeigte sich jedoch blutiger Harn, welcher Albumin, Cylinder und Zellen des Nierenepithels enthielt. Die Autopsie erwies: Hyperämie der Nieren, Trübung der Nierenkapsel, welche an ihrer Oberfläche sehr viele mit Blut unterlaufene Flecken hatte, Verdickung und Trübung der Corticalsubstanz, starke Erweiterung der Gefässe, aus denen beim Einschnitt sich viel Blut ergoss. Die mikroscopische Untersuchung liess eine deutliche Erweiterung der mit Blut überfüllten Gefässe, Extravasate in das Lumen der Nierenkanälchen und körniges Epithelium der Niere wahrnehmen.
Da der Blutdruck unter der Einwirkung von Strontium lacticum fällt, so ist der diuretische Effect dieses Mittels der Erweiterung der arteriellen Nierenäste zuzuschreiben, welche es hervorruft und infolge deren der Blutumlauf in den
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