﻿294
A N A LYSE S.
gen des Herzens verlangsamte sich. Als Ursache der Rythmusveränderungen des Herzens dürfte die Schwächung des im Herzen befindlichen Hemmungsapparats und motorischen Mechanismus angesehen werden. Das Fallen des Blutdrucks hängt nicht von dem Schwächerwerden des vasomotorischen Centrums, sondern von der herabgesetzten Herzthätigkeit ab. Das Atmen nimmt an Frequenz und Tiefe zu. Der Tod des Tieres erfolgte durch Lähmung des Herzens. Die Epithelzellen der Geschwulst, in deren Parenchym das Exctract eingespritzt wurde, haben schärfere Umrisse, kleinere Kerne und getrübtes Protoplasma. In dem wässerigen Extract finden sich leicht Bactérien ein, infolge dessen dasselbe sterilisirt werden muss.
Smirnoff, S. Dr. Ueber die therapeutische Wirkung des Zunderpilzes,
(Polyporus betulinus) (Medic. Rundschau, 1896, S. 1041).
Polyporus betulinus ist schon seit lange ein volkstümliches Arcanum gegen den Krebs, infolge dessen der Autor sich entschloss klinische Beobachtungen über die Wirkung dieses Mittels anzustellen, wobei er zu folgenden Schlüssen gelangte: genanntes Mittel übt auf den Verlauf und die Entwicklung des Krebses zwar keine Wirkung aus, besitzt aber unstreitig schmerzstillende Eigenschaften. Weitere Beobachtungen zeigten, dass Polyporus betulinus wohlthuend bei Magen- und Darmkatarrh wirkt, indem er nicht nur die Darmthätigkeit wieder herstellt, sondern auch die Aufsaugung und Zerstörung der entzündlichen Verhärtungen, welche sich bei chronischen Katarrhen im Bereiche der Verdauungsorgane bilden können, kräftig unterstützt.
Radzwitski, P. Subconjunctive Einspritzungen von Sublimat. (Dissert.,
Moskau. 1896).
Der Autor zieht aus seinen Beobachtungen folgende Schlüsse: unter die Conjunctiva gebrachtes Sublimat wird sogar in geringen Mengen (0,0001) verhältnismässig lange an der Einstichstelle zurückgehalten. Wenn Diffusion des Sublimats von der Conjunctiva aus in die Augenmembranen auch stattfindet, so geschieht das nur in so geringem Maasse, dass selbst mit Hilfe der empfindlichsten Methoden, über welche wir heutzutage gebieten, es nicht möglich ist dasselbe zu bestimmen. Wird eine Sublimatlösung von V3%n, mit Chlornatriumlösung vermischt, in die Conjunctiva unter der Bedingung gebracht, dass die Hornhaut während des Experiments mit Flüssigkeit bedeckt ist, so diffundirt sie, gleich vielen andern Substanzen, in das Innere des Auges. Sublimatlösungen ohne Beimengung von Chlornatrium diffundiren unter denselben Bedingungen weit schwächer. Die Entfernung des Epithels der Hornhaut vor dem Experimenti-ren und die Einführung einer 4%-igen Cocainlösung in den Bindehautsack erleichtert den Diffusionsprocess durch diese Membran bedeutend. Die sub-cutanen Einspritzungen einer Sublimatlösung bei Experimenten an Hunden übten auf die Entwicklung, den Verlauf und den Ausgang eines künstlich hervorgerufenen Infectionsprocesses im Auge keine merklich vorteilhafte Wirkung aus. Der günstigere Verlauf der Krankheit, den man zuweilen bei der Behandlung mit subconjunctivalen Einspritzungen beobachtet, lässt sich durch Zufälligkeiten (Ungleichartigkeit des Trauma, ungleiche Mengen der eingeführten Bacte-