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UEBER DIE WIRKUNG DER INDUCTIONSSCHLÜGE ETC.
Die auf den ersten Blick sehr einfache Wirkung des Stroms entbehrt bis jetzt einer genaueren Erklärung, und sprechen die verschiedenen Autoren in Bezug auf diese Erscheinung verschiedene Ansichten aus. Um zu dieser oder jener Erklärung schreiten zu können, muss man zuerst versuchen diese compiexen Erscheinungen in einfachere Elemente zu zerlegen, die der Beobachtung zugänglicher wären und die Analyse erleichtern könnten. K. Ludloff’s (13) Versuche, auf Grund deren M. V er worn (lb) die Galvanotaxis beiden Pa-ramaecien erklärte, bestätigten die Untersuchungen von R. Pearl (14) und H. Wallengren (15) über den Einfluss des constanten Stroms auf die Stellung und Bewegung der Cilien bei diesen Infusorien. Ein einzelner Inductionsschlag, dessen Einfluss sich auf die denkbar geringste Zeitdauer beschränkt, ermöglicht die Beobachtung des Effects einer momentanen Reizung unter den einfachsten Bedingungen.
Für die Aufgabe, die ich mir gestellt hatte, erschien der Inductionsschlag als die bequemste Erregungsform, weshalb ich demselben auch den Vorzug gegeben habe. Ueberdies zeigt unsere Uebersicht der Literatur, dass dessen Wirkung auf die einzelligen Organismen noch sehr wenig und ungenügend untersucht ist.
II. Untersuchungsmethoden.
Die erste und wichtigste Thatsache, die bei der Einwirkung ? on Inductions-schlägen auf einen Tropfen mit Infusorien beobachtet wird, besteht darin, dass erstens alle Tierchen mit ihrem Vorderende sich plötzlich der Kathode zu wenden, d. h. mit ihrer Längsaxe sich in der Richtung des Stromes stellen, und zweitens der Kathode zuschwimmen. Dies geschieht infolge der Bewegung der Cilien in einer bestimmten Richtung.
„wenn man statt der parallelen Elektroden zwei Spitzenelektroden von der obenbeschriebenen Form „anwendet. Dann wird der Tropfen nicht parallel durchströmt, sondern es entstehen die bekannten „Stromkui’ven, welche die beiden spitzen Pole mit einander verbinden. Im Moment der Schliessung „stellen sich jetzt alle Paramaecien mit ihrer Längsaxe in die Richtung der Stromkurven ein und „schwimmen in den Bahnen derselben nach der Kathode hinüber, so dass die am äussersten Rande „des Tropfens befindlichen Individuen eine nahezu halbkreisförmige Bahn zurücklegen. Es bietet sich „im Augenblick der Schliessung ein Anblick dar ähnlich dem Bilde, welches man erhält, wenn man „über einem Hufeisenmagneten Eisenfeilspähne auf ein Blatt Papier streut. Befinden sich die Elektro-„denspitzen nicht am äussersten Rande des Tropfens, sondern mehr nach der Mitte zu, so bemerkt, „man, nachdem alle Infusorien nach der Kathode hinübergewandert sind, dass dieselben nicht gleich-„mässig die Kathodenspitze	umgeben,	sondern dass ihre Hauptmasse hinter der	Kathode	sich ange-
„sammelt hat“ (la, S. 30),	d. h. dort, wo der Strom keine, oder eine nur sehr	schwache Wirkung
ausübt. Aus der citirten Stelle ist klar zu ersehen, dass Verworn’s Worte „Es bildet sich... ein „Anblick dar ähnlich dem Bilde, welches man erhält, wrenn man über einem Hufeisenmagneten Eisen-„feilspähne auf ein Blatt Papier streut... Stellen sich alle Paramaecien mit ihrer Längsaxe in die „Richtung der Stromcurven und schwimmen in den Bahnen derselben nach der Kathode“ bei B. B i-rukoff folgendermaassen periphrasirt sind: „sie bewegen sich immer in jenen Teilen des Tropfens fort, „wo die Stärke des circulirenden Stromes die geringste ist“.
Es sind auch schematische Abbildungen, die das Beschriebene vorzüglich veranschaulichen, beigelegt; diese Abbildungen	sind auch	in V e r w 0 r n’s Lehrbuche aufgenommen,	dessen	zwei erste
Auflagen vor B. B i r u k 0 f f s Arbeit	erschienen waren. S. denselben Irrtum	in W.	Bieder-
m a n n’s Schrift über die Galvanotaxis in „Ergebnisse der Physiologie“ (12, S. is:).