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UEBER DIE WIRKUNG DER INDUCTIONSSCHLäGE ETC.
Verlust der Erregbarkeit ausdrücken. Die Iufusorie reagirt nicht mehr auf einen Reiz von derselben Stärke, oder die Reaction bekommt einen andern Charakter. Dieser Umstand muss in Betracht gezogen und der Versuch mit Pausen, wenn auch nur kurzen, ausgeführt werden. Diese Veränderung der Erregbarkeit hat eine besonders grosse Bedeutung bei den Versuchen mit intensiven Schlägen, zu denen ich jetzt übergehe.
Ein einzelner Oeffnungsschlag bei 12 ctm., bei sehr dicker Constistenz — 9 ctm., Rollenabstand bewirkt starke Contraction des ganzen Ektoplasma; die Form des Körpers verändert sich plötzlich sehr bedeutend; derselbe nimmt eine ovalkugelige Gestalt an; zu gleicher Zeit beobachtet man sehr reichliche Entleerung der Trichocysten in Form von Nadeln, die nach allen Richtungen hinausgeworfen werden, wie an Fig. 11 a ersichtlich ist. Nach 1—2 Minuten streckt sich der Körper wieder etwas, und einzelne Exemplare schwimmen wieder frei umher, zuerst langsam, bald aber wird die Arbeit der Wimper-tegumente wieder eine normale; die Stäbchenschicht der Trichocysten ist nicht in allen Teilen des Protoplasma deutlich wahrzunehmen. Bei einigen Paramaecien wird bei einer solchen Intensität des Schlages, bei allen aber bei 11 ctm. (wenn der Anfang der Reaction, d. h. die Veränderungen der Bewegung bei 17—16 ctm. stattgefunden hatte) plötzliche energische Contraction des Körpers, regellose Entleerung der Trichocysten nach allen Seiten hin beobachtet; die Form des Körpers verändert sich stark, an dem Hinterende erscheint der von Verworn beschriebene Zipfel (Fig. 11 5), an den Seitenflächen zeigen sich hyaline Blasen mit zarten Umrissen; die Bewegungen der Infusorien sind sehr unregelmässig; nach einiger Zeit zerplatzt das Ektoplasma, am häufigsten unweit des Zipfels, und das Protoplasma zerfällt. Mit einem Worte, ein Inductionsöffnungsschlag ruft plötzliche, zeftige Contraction des Ektoplasma hervor, welches, da das Entoplasma nicht husammengepresst werden .kann, platzt, infolgedessen letzteres zerfliesst.
Der Einfluss einer mehr oder weniger frequeten Reihenfolge von Induc-tionssclilägen giebt sich in folgenden Erscheinungen kund. Als Beobachtungsobject dient ein sehr dünnflüssiger Tropfen, in welchem 25 — 30 Paramaecien sich lebhaft hin und her bewegen; dieselben werden jede Secunde durch In-ductionsschläge bei 14 ctm. Rollenabstand gereizt, wobei nur der Oeffnungsschlag eiue Wirkung ausübt. Als Reaction auf jede Stromöffnung erfolgen Veränderungen in der Bewegung, Contraction an der Anode und Entleerung von Trichocysten bei diesen oder jenen Paramaecien; jeder Schlag ist von immer neuer Entleerung der Trichocysten aus verschiedenen Körpergegenden bei den Infusorien, die der Anode zugewandt sind, begleitet. Nach einigen Schlägen hören die unruhig im Tropfen umherschwimmenden Infusorien auf, den Inhalt der Trichocysten auszuwerfen; die Stäbchenschicht dieser ist nicht mehr deutlich zu sehen. Der untersuchte Tropfen wird für 3—5 Stun-
Fig. 11, a—c. Paramaecien; Einfluss intensiver Schläge: regelloses Hinausschleudern der Trichocystennadeln; starke Veränderung der Körperform bei a—durch eine Punktirlinie bezeichnet; b u. c—verschiedene Stadien der Ektoplasma- und Formveränderungen.