﻿ÜEBËR DIE WIRKUNG Î)ËR iNDÜCTlONSSCHLäGE ETC.
Bl
Substanzen zugesetzt. Aus diesen Gläschen oder unmittellbar aus den Salzlösungen genommene Tropfen wurden der Einwirkung einzelner Inductions-öffnungsschläge ausgesetzt.
Der Charakter und die verschiedenen Stadien der Reaction in Meerwasser oder 0,5°/0-iger Kochsalzlösung befindlicher Paramaecien sind ganz dieselben wie die für Süsswasserparamaecien beschriebenen, — es wird nicht der geringste Unterschied beobachtet. Es muss hervorgehoben werden, dass bei diesen Infusorien die Reizschwelle bei Schlägen von weit grösserer Intensität als bei den Süsswasserparamaecien, beginnt; die erste Reaction, der Ruck nach rückwärts, trat erst bei einem Rollenabstand von 11,5—10 ctm. ein, während die Süsswasserparamaecien schon bei 19—18 ctm. zu reagiren begannen. Dieser Versuch weist auf Verminderung der Erregbarkeit dem Strome gegenüber in Salzlösungen hin. Zur Erklärung dieses wichtigen Umstands werde ich bei der Beschreibung meiner Beobachtungen über die Galvanotaxis zurückkehren.
Paramaecium bursaria.
Diese Paramaecie ist etwas kleiner als Paramaecium caudatum und besitzt eine mehr ovale Gestalt; die Trichocystenschicht ist deutlicher ausgedrückt und übertrifft an Dicke diejenige von Paramaecium caudatum oder aurelia. Die Reaction auf einen einzelnen Inductionsöffnungsschlag ist ganz dieselbe wie bei Param. caudatum; zugleich mit der Steigerung der Intensität des Schlages beobachtet man diese in strenger Gesetzmässigkeit successiven Erscheinungen: 1) Zurückzucken infolge eines Schlags aller Wimpern nach vorn, 2) Contraction des Ektoplasma, stets an der anodischen Seite localisirt, aber nicht so deutlich wie bei Paramaecium caud. ausgedrückt; die ovale Körperform dieser Paramaecie gestattet keine so weitgehenden Veränderungen der Umrisse wie der langgestreckte Körper von Param. caudat.; 3) rapides Hinausschleudern des Inhalts der Trichocysten zuerst an der anodischen Seite, wonach die In-fusorie sich nicht so schnell wie Param. caud. erholt; 4) das Zerfliessen des Körpers der Infusorie infolge von Zerplatzen des Ektoplasma tritt schon bei einem schwächerem Schlage ein, wenn bei Param. caud. erst Entleerung der Trichocysten an der Anode statt hat. Die Entleerung der Trichocysten erfolgt gleichzeitig an der ganzen Oberfläche des Körpers, der beim zweiten Schlage zerfällt. Ueberhaupt ist Paramaecium bursaria durch die In-ductionsschläge erregbarer; der Schwellenwert liegt höher als bei Param. caudatum.
Lacrymaria olor.
Diese hübsche Infusorie [Trachelocerca—Synonym nach K e n f s (29, S. 514—516) Nomenclatur] fand ich in den Teichen des moskauer Agronomischen Instituts und cultivirte sie nach meiner eignen Methode 2% Monate lang in Gelatine. Das Medium stellte eine ziemlich dünnflüssige, zitternde Masse vor, in welcher die anmutige Infusorie ihren langen geschmeidigen Körper frei hin und her bewegte (Fig. 12). Der leichtbewegliche, biegsame, ziemlich ge-