﻿ÜEÖER DIE WIRKUNG DER INDUCT10NSSCHLÄGE ETC.
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Ich habe nicht gefunden, dass bei den Paramaecien die Erregung durch den absteigenden Schlag immer schwächer sei als durch den aufsteigenden, und stimme nicht im mindesten E. Pt o e s 1 e's (8) Satz bei, dass das Peristom dieser Infusorien am reizbarsten ist.
Bei den Hypotricha und Stentoren tritt, wie durch Versuche vollkommen festgestellt ist, die Reaction früher, d. h. hei einem schwächeren Schlage des absteigenden Stroms, ein; bei diesen mit sehr hoch differencirten sensiblen Elementen des Peristoms und contractilen Elementen des Ectoplasma ausgestatteten Infusorien, sind sowohl die Reizschwelle als auch der Charakter der Auslösung der Contraction andere, als bei den Paramaecien. Eine Reaction wird durch einen so schwachen Schlag hervorgerufen, wie er bei den Paramaecien noch gar keinen Effect hervorbringt. Diese hohe Empfindlichkeit dem Strom gegenüber ausschliesslich mit der Grösse der Infusorie in Verbindung zu setzen, wie es R o e s 1 e (8) thut, wäre wohl kaum möglich. Die Unzulänglichkeit der gewonnenen Thatsachen erschwert die Erklärung der Ursachen der Erregung dieser hochdifferencirten contractilen Elemente bei den Stentoren. und besonders bei den Vorticellen, und fordert zu neuen Beobachtungen in einer neuen Richtung vermittelst einer specieilen Methodik auf.
Die plötzliche Gestaltveränderung der untersuchten Hypotricha hängt von der Gegenwart von Myophanenstreifen ab, deren Vorhandensein bei einigen Oxytricha in dem Ektoplasma V. S t e r k i (35, S. si) bewiesen hat.
4. Viel bestimmter und einfacher tritt die Contraction bei den Paramaecien an den Tag (S. 19 u. 20). Mit erstaunlicher Beständigkeit und in strenger Gesetzmässigkeit fängt die Contraction des Ektoplasma, wie wir gesehen, sowohl bei dem aufsteigenden als bei dem absteigenden Schlage zuerst an der Anode an; die Contraction ist immer eine locale und entspricht genau der Anlegestelle der physiologischen Elektroden, der der Anode zunächst liegenden Eintrittsstelle des Stroms; die Ausbreitung der Contraction hängt di-rect von der Intensität des Inductionsschlags ab, von welcher auch der Grad der Contraction abhängt. Nachdem die Contraction sofort nach dem Schlage an der Anode erfolgt ist, schwindet sie sogleich wieder, und die Paramaecie nimmt ihr normales Aussehen, ohne irgend eine Formveränderung an. Im Moment der Contraction beobachtet man einen Ruck der Infusorie nach hinten infolge eines plötzlichen Schlags der Wimpern nach vorn.
Bei diesen Versuchen beobachtet man Thatsachen von hohem Interesse. Man sieht, dass ein Inductionsschlag von einer gewissen Intensität schon Erregung der Elemente des Ektoplasma bewirkt und, was bemerkenswert ist, dass diese Erregung immer genau an der Anode localisirt ist; die Welle des Inductionsöffnungsschlages ruft bei den Paramaecien directe Erregung der im Ektoplasma gelegenen contractilen Elemente hervor. Das ist keine blosse Annahme, sondern ein aus beobachteten Thatsachen gezogener Schluss; die locale Contraction an der Anode weist darauf hin, dass in diesem Falle nur die Anode reizt, und dass der Einfluss eines momentanen Schlags sich als Erregung der Elemente auslöst, die sich in nächster Nähe von der Eintrittsstelle des Stromes befinden. Bei der Wendung des Schlages tritt die Reaction am dem andern Ende oder an einer der Lateralflächen der Infusorie auf, wo jetzt die neue Anode
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